Kultur

Ein Wochenende voller Kunst und Kultur
Ein Beitrag der cm3-Redaktion
Das Art:walk Festival ist aus der bekannten „Nacht der Museen“ in Düsseldorf entstanden. Die Museumsnacht hat über rund zwanzig Jahre hinweg die Kulturlandschaft der Stadt geprägt und zog in einer einzigen Nacht bis zu etwa 20.000 Besucher:innen an. Aus dem Konzept wurde die Veranstaltung nun weiterentwickelt und neu aufgestellt. Statt nur einer Nacht gibt es nun ein ganzes Wochenende mit Museumsnacht und einem zusätzlichen „Tag der Bühnen“. Besucher:innen können dabei nicht nur Museen erkunden, sondern auch Ausstellungen, Performances und Kulturveranstaltungen an über 70 beteiligten Kultureinrichtungen erleben.
Die Campusmedien waren am ersten Tag des Art:Walk Festivals vor Ort. Bei einer sechsstündigen Live-Sendung in der Bilker Straße kamen unter anderem Oberbürgermeister Stephan Keller, die Dezernentin für Kultur und Integration Miriam Koch und Jacques Tilly vorbei.
Außerdem war cm3 bei verschiedenen Veranstaltungen vor Ort. Hier eine Auswahl.


Jacques Tilly setzt Heinrich Heine ein neues Denkmal
Mit einer feierlichen Enthüllung erhielt der Dichter und Denker Heinrich Heine beim Art:walk Festival ein neues Denkmal. Zahlreiche Besucher:innen tummelten sich gespannt vor der Hauptbühne am Heinrich-Heine-Institut, als die vom Karnevalswagenbauer Jacques Tilly geschaffene Skulptur erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Es handelt sich dabei um eine mobile Skulptur, die künftig bei unterschiedlichen Anlässen und Veranstaltungen des Heinrich-Heine-Instituts eingesetzt werden soll.
Lustige Lesung über Robert und Clara Schumann
Bei der Lästerkammer-Lesung wurden Gedanken und Aussagen von dem Komponistenpaar Robert und Clara Schumann auf eine humorvolle Weise präsentiert. Ziel der Lesung war es, Geschichte unterhaltsam und nahbar zu erzählen. Im Mittelpunkt stand der Umzug der Schumanns nach Düsseldorf. Mit viel Humor wurde gezeigt, wie die beiden die Stadt, den Alltag und auch die Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Orchester erlebt haben. Dabei wurden ihre Eindrücke teilweise überspitzt und dramatisch dargestellt, sodass ihre ehrlichen, kritischen und oft sehr menschlichen Gedanken sichtbar wurden.


Einblicke in die studentische Designszene
Auch verschiedene Hochschulen waren am kreativen Programm des Art:walk Festivals beteiligt. Sowohl die Hochschule Düsseldorf (HSD) als auch die Mediadesign Hochschule in Düsseldorf (MDH) präsentierten aktuelle Arbeiten von Designstudierenden und Absolvent:innen.
Die „New Design from Düsseldorf“ Ausstellung der HSD stellte über 50 ausgewählte Abschlussprojekte aus unterschiedlichen Designstudiengängen vor. Die Arbeiten beschäftigten sich mit gesellschaftlichen Themen wie Nachhaltigkeit, Gender, Identität, Bildung und Wissenschaft.
Die MDH zeigte bei ihrer Werkschau „EXPOSÉ“ die besten kreativen Arbeiten aus all ihren Designfachbereichen. Zu sehen waren unter anderem Buchillustrationen, Kleidungsstücke und Videoprojekte.
Dance Along im Schloss: Historische Tänze wie bei Hofe
Kunst ist nicht nur zum Anschauen oder Anhören, sondern auch zum Erleben da. Deswegen hat das Schloss Jägerhof zu einem historischen Tanzkurs eingeladen. Die kurze Verspätung von 15 Minuten konnte durch eine spontane Fragerunde mit den Veranstalter:innen, einer historischen Tanzgruppe, überbrückt werden. Als dann die Türen geöffnet wurden, füllte sich der Saal schnell. Jung und Alt schauten gespannt, als die Gruppe den ersten Tanz vorführte. Diese waren in historischen Kostümen aus dem 18. und 19. Jahrhundert gekleidet – selbstgeschneidert, wie die Leiterin vor dem Kurs erzählt hatte.
Nachdem sie verschiedene Tänze aus verschiedenen Epochen gezeigt hatten, konnte das Publikum selber aktiv werden. Schritt für Schritt wurde der Gesellschaftstanz erklärt. Ganz im Sinne der historischen Akkuratheit, wurde auch das Knicksen und Verbeugen beigebracht. „Ich habe mich wie in einem Jane-Austen-Film gefühlt“, sagte eine Teilnehmerin.
Kreativ werden beim Bühnenbild-Workshop
Im Theatermuseum Hofgartenhaus fand unter der Leitung der Bühnenbildnerin Hannah Pakhmutova ein Bühnenbild-Workshop statt. Zwischen 17 Uhr und 22 Uhr konnten Besuchende zu jeder Zeit an mit pinken Basteldecken umhüllten Tischen Platz nehmen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Bei Schwierigkeiten gab die Leiterin hilfreiche Tipps oder half selbst bei der Erstellung mit und griff zur Schere. Mit Papier, Stiften unterschiedlichster Arten und Farben bis hin zu Bastelsachen wie Kleber, kleinen Holzwürfeln und bunten Pompons waren bei der Erstellung der Bühnenbilder keine Grenzen gesetzt.
Streetart in Bilk
Im Rahmen des Art:walk Festivals wurde ein Urban Art Walk durch den Düsseldorfer Stadtteil Bilk angeboten, der den dortigen Kunstwerken an Hauswänden oder Stromkästen besondere Aufmerksamkeit schenkte. Der Stadtteil ist nämlich für seine vielfältige Streetart bekannt. Unter der Leitung des Kurators Klaus Rosskothen wurden die unterschiedlichen Werke näher erläutert und die jeweiligen Künstler:innen vorgestellt. So wurde Kunst entdeckt, an denen man normalerweise einfach nur vorbeilaufen würden.



Ein Poetry Slam über Heinrich Heine
Am Abend wurde es im Heinrich-Heine-Institut poetisch. Dort wurden Texte des Dichters Heinrich Heine vorgetragen, doch mit einem Twist. Die Veranstaltung wurde aufgebaut wie ein Poetry Slam. Die vorgetragenen Texte waren alle von Heinrich Heine. Sie wurden nach Kategorien sortiert und je eine Person las eine Kategorie vor. Es gab zwei Runden, die erste bestand aus drei Personen, und die zweite aus zwei Personen. Je Runde wurde per Klatschen abgestimmt, welche Kategorie an Texten ausscheidet. Dann gab es ein Finale mit drei Kategorien. Alles in allem ein wunderbarer Abend, der Heines Texte zum Leben erweckt hat und einen inspiriert hat, selbst die Feder in die Hand zu nehmen.
Redaktion: jw