Panorama

Was kommt nach den Campusmedien?
Im Rahmen des fünfjährigen Jubiläums von cm3 haben ehemalige Redaktionsmitglieder von ihrer Zeit bei den Campusmedien erzählt. Wie ihre vielfältigen Erfahrungen und Erlebnisse bei den Campusmedien sie in Persönlichkeitsentwicklung und Berufswahl begleitet und unterstützt haben, berichten sie hier. Sechs Perspektiven zeigen mögliche Werdegänge für aktive Redaktionsmitglieder, und für alle, die gerne eins werden möchte.
Theresa Schültken (27)
Theresa war von 2019 bis 2021 bei den Campusmedien tätig und aktiv an der Konzeption und Realisierung von cm3 beteiligt. Der Launch war am 30. Mai 2021. Von dieser Erfahrung und ihrer Rolle als Chefredakteurin profitiert sie auch noch heute in ihrem Berufsleben als Organisationsberaterin. Dort beschäftigt sie, wie auch bei der Umsetzung von cm3, wie Menschen für organisationale Prozesse begeistert werden können. Theresa möchte durch ihre Arbeit Menschen zum Mitmachen und Mitgestalten ihrer Zukunft animieren und so gesellschaftliche Teilhabe fördern. Die Mitarbeit bei den Campusmedien sieht sie als Chance, Selbstsicherheit aufzubauen und Wege zu finden und zu wählen, die man zuvor nicht in Betracht gezogen hat. Sie beschreibt es als einen geschützten Raum, „in dem du dich ausprobieren und lernen kannst“.
Theresa rät, bei gegebenem Interesse an ehrenamtlichem Engagement, einfach loszulegen. Sorgen, die man bezüglich Fähigkeiten und Verpflichtungen hat, ergeben sich meist von selbst durch Übung und Kommunikation. Zusätzlich kann ein Ehrenamt sehr sinnstiftend sein. Es kann viel Spaß machen und ein Begegnungsort für neue Freundschaften sein.
Ich kann nur jedem empfehlen, sich ehrenamtlich zu engagieren – gerne auf dem Campus, denn das ist nicht nur ein Ort, den man von 10.00-16.00 Uhr kurz besucht, sondern ein Ort, den man selber gestalten kann.

Tim Neumann (30)
Zusammen mit Theresa war Tim Mitglied der Projektgruppe, die cm3 entwickelt hat. Heute arbeitet er als Nachrichtenredakteur beim Deutschlandfunk und ist freiberuflicher Journalist, Moderator und Trainer. Seine Mitarbeit bei hochschulradio düsseldorf hat ihm den Journalismus nahegebracht, vor allem durch die Möglichkeit, selbst Verantwortung zu übernehmen und Teams zu leiten. Während der Zeit, in der er sich engagiert hat, konnte er viele Fähigkeiten erlernen. Zu den drei wichtigsten zählt er „Menschen für Ideen zu begeistern, mit Scheitern umzugehen, sehr unterschiedliche Menschen und ihre Talente einzubinden“.
Die Regelstudienzeit und die Nachkommastelle der Abschlussnote interessieren später niemanden. Nimm dir Zeit und Ruhe, um herauszufinden, was dir Spaß macht und worin du Talent hast – im Idealfall gibt’s Überschneidungen.
Eine weitere wertvolle Erfahrung bei den Campusmedien war der konstruktive Umgang mit Rückschlägen, den er sich auch in anderen Bereichen wünschen würde. Anstatt Schuld zuzuweisen wird eine Lösung gesucht und aus Fehlern gelernt. So kann Ehrenamt Spaß machen und lehrreich zugleich sein.
Julia Vollmer (25)
Auch Julia hat durch ihre Arbeit bei hochschulradio düsseldorf die Gründung von cm3 mitbekommen und nahm an der ersten Redaktionssitzung teil. Von Oktober 2021 bis März 2023 war sie Chefredakteurin, während sie an der HHU Sozialwissenschaften studiert hat. Zu dieser Zeit war ihr Ziel, später als Journalistin zu arbeiten. Heute, nach einem Masterstudium in Civic Education in Jena, arbeitet sie im Jugendamt ihrer Heimatstadt. Dort betreut sie ein Jugendbeteiligungsprojekt und ist in der offenen Kinder- und Jugendarbeit eines Jugendtreffs tätig.
Die Arbeit [bei cm3] hat mir Spaß gemacht, jedoch auch viele Facetten des Berufs aufgezeigt, mit denen ich mich langfristig nicht hätte arrangieren können. Und das war eine sehr wichtige Erfahrung! Ich bin froh, dass ich das durch cm3 bereits während des Studiums herausfinden konnte.

Julia berichtet, dass sie die Arbeit bei den Campusmedien als sehr herausfordernd empfunden hat: „Ich habe mich cm3 immer sehr verpflichtet gefühlt und wollte niemanden hängen lassen. Das hat oft dazu geführt, dass ich cm3 priorisiert habe, obwohl ich dafür eigentlich aktuell keine Kapazitäten hatte.“ Trotz aller Anstrengungen, die ein Ehrenamt mit sich bringen kann, empfindet Julia diese Form des Engagements als sehr wichtig für eine positive persönliche und gesellschaftliche Entwicklung. Außerdem konnte sie die Organisation und Umsetzung von Veranstaltungen üben und den Umgang mit Programmen wie Canva lernen – und die Wichtigkeit des Nein-Sagens.

Anna Urban (25)
Seit ihrem ersten Semester im Herbst 2021 war Anna aktives Redaktionsmitglied bei den Campusmedien, ein Semester später bereits Teil der Chefredaktion und zuletzt im Sommersemester 2023 Chefredakteurin. Ihre Leidenschaft und ihr Engagement für den Journalismus haben sie inzwischen bis an die Deutsche Journalistenschule (DJS) in München gebracht, wo sie in der Masterklasse lernt.
Die journalistischen Anfänge bei cm3 haben Anna neben Schreibhandwerk und Artikelgestaltung auch Zeitmanagement und Führungskompetenzen mit auf den Weg gegeben, wovon sie noch heute profitiert. Auch erste Praktika bei der Lokalzeitung konnte sie durch die Mitarbeit bei den Campusmedien erlangen. Darauf folgten Praktika bei den öffentlich-rechtlichen Sendern und dem Handelsblatt. „All die Erfahrungen haben mir den Mut und das Selbstvertrauen gegeben, mich an der DJS zu bewerben“, sagt Anna, „dafür bin ich sehr dankbar.“ Den aktuellen Redaktionsmitgliedern und Interessierten rät sie, bei den Campusmedien Dinge auszuprobieren, die sie vorher noch nie gemacht haben. Dazu gehört auch, die gegebene Plattform zu nutzen und sich für Themen einzusetzen, die einem am Herzen liegen.
cm3 ist echt eine Chance, man muss sie eben nutzen. Und man kann und sollte sich viel mehr trauen, auch mal anecken oder provozieren.
Maxi Kisters (24)
Maxi war von 2021 bis 2023 bei cm3 aktiv und war neben der Arbeit an Artikeln Teil der Chefredaktion. Anschließend an einen Bachelor in Philosophie und Politikwissenschaften an der HHU studiert er aktuell im Master Philosophy and Economics.
Neben dem Studium arbeitet Maxi für eine Abgeordnete des Europäischen Parlaments und übernimmt hier Öffentlichkeitsarbeit, betreut Veranstaltungen und unterstützt bei den Arbeitsschwerpunkten. Auch wenn es ihn beruflich vorerst in eine andere Richtung gezogen hat, hat er viel von seiner Zeit bei den Campusmedien mitnehmen können, das ihn bis heute unterstützt: Selbstständigkeit, Organisationsfähigkeit und die Koordination von (ehrenamtlicher) Teamarbeit. Dabei war es ihm besonders wichtig, den anderen Redaktionsmitgliedern möglichst viel Freiraum und Verantwortung zu geben, ohne sie damit allein zu lassen. Maxi empfiehlt einen bewussten Umgang mit der eigenen Zeit und den persönlichen Ressourcen.
Vor allem im Ehrenamt kann Team-Arbeit stressig sein, zugleich ist es aber ein sehr erfüllendes Gefühl, wenn man spürt, dass alle sich Mühe geben, dass alle an einem Strang ziehen und man sich gut versteht!


Valeska Ridzewski (26)
Valeska hat einen Bachelor in Anglistik und Kommunikations- und Medienwissenschaft, einen Master in Comparative Studies. Bei cm3 hat sie Artikel geschrieben und redigiert. Auch sie hat nach dem Studium den Sprung in die Welt des Journalismus gewagt und ist heute Volontärin bei der Rheinischen Post. Die Campusmedien waren für sie eine niedrigschwellige Möglichkeit, sich journalistisch auszuprobieren, das Schreiben zu üben und Redaktionssysteme kennenzulernen.
Durch cm3 habe ich außerdem viele Menschen außerhalb meines eigenen Studiengangs kennengelernt. Dadurch bekommt man ganz unterschiedliche Perspektiven aufs Studium und darauf, wie Journalismus gemacht werden kann.
Die Campusmedien sind für Valeska ein guter Ort, um erste Erfahrungen mit Themenentwicklung und dem Einhalten von Deadlines zu sammeln. „Mein Tipp wäre: Einfach darauf einlassen.“ Bei cm3 gibt es viel Verständnis und Vertrauen, sodass auch Fehler oder kleine Rückschläge – anders als im späteren Berufsleben – nicht so schlimm sind.
Redigat: mf

