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Panorama

Auf dem Foto sieht man Tim Neumann und Charlotte Eickenberg im Studio von hochschulradio düsseldorf
Charlotte Eickenberg und Tim Neumann im Studio von hochschulradio düsseldorf

„Campusmedien sind näher dran“

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Vor fünf Jahren startete unser Online-Magazin cm3. Entstanden ist das Projekt aus der Idee, studentische Themen nicht mehr nur in einer klassischen Campus-Zeitung, sondern in einem digitalen Format zu erzählen. Auf cm3 veröffentlichen Studierende heute journalistische und kreative Inhalte – von Hochschulpolitik bis Kultur, von Reportagen bis Kurzgeschichten.

Mitgründer Tim Neumann blickt vor allem mit Stolz auf die Entwicklung zurück. „Dass es auf so coole Art weiterhin lebt“, sei für ihn das Besondere, denn die jetzigen Redakteure hätten cm3 zu ihrem eigenen Projekt gemacht. Es sei gerade deswegen besonders, weil zu Beginn unklar gewesen sei, wie das Projekt von zukünftigen Redaktionsmitgliedern weitergeführt werden würde.

IV Tim Neumann
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Von der Campus-Zeitung zum Online-Magazin

cm3 entstand aus dem Versuch, die damals bestehende Campus-Zeitung „Campus Delicti“ neu zu denken. Die wurde von dem AStA der Heinrich-Heine-Universität publiziert, der schließlich Hochschulradio Düsseldorf vorschlug selbst eine Campus-Zeitung zu starten. Dahinter steckte unter anderem der Gedanke, dass die Studierenden beim Hochschulradio bereits Medienerfahrung besaßen, um das Projekt weiterzuführen.

Zunächst stand noch die Entwicklung einer klassisch gedruckten Zeitung im Raum, doch die Reaktion der Redakteure des Hochschulradios fiel schnell kritisch aus. „Zeitung, die auf Papier gedruckt wird, wird irgendwie auch schnell wieder weggeworfen. Das ist doch eigentlich alles mehr Altpapier“, erinnert sich Tim Neumann an die ersten Überlegungen. Stattdessen habe man von Anfang an „digitaler und moderner“ denken wollen. Das Ziel war es, ein zeitgemäßes Online-Magazin zu entwickeln.

Die Struktur der Campusmedien

2021 wurde cm3 ins Leben gerufen. Seitdem gibt es neben hochschulradio düsseldorf noch ein Online-Magazin. Getragen werden beide Medienangebote von dem Verein Hochschulradio Düsseldorf e. V. cm3 und hochschulradio düsseldorf bilden zusammen die Campusmedien. 

Die Vision für cm3

Von Anfang an sollte cm3 mehr sein als ein reines Nachrichtenportal für Hochschulthemen. Neben journalistischen Beiträgen sollte es auch Raum für kreative Inhalte geben. Gedichte, Rezepte oder Kurzgeschichten müssten genauso Platz finden wie Berichte über Hochschulpolitik oder über Veranstaltungen in Düsseldorf. Gerade diese Mischung mache cm3 bis heute besonders. Das Angebot sollte „genauso bunt wie die Studierendenschaft“ werden, erzählt Tim.

Warum Campusmedien gebraucht werden

Für Tim Neumann erfüllen Campusmedien eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Große Medienhäuser würden viele Themen aus dem Hochschulalltag oft nicht aufgreifen, weil sie zu klein sind, obwohl Hochschulen mit mehreren zehntausend Menschen längst eigene Öffentlichkeiten bilden würden. Er ist der Meinung, dass Themen wie Proteste auf dem Campus, Diskussionen über Mensapreise oder studentische Festivals journalistische Aufmerksamkeit und Einordnung verdienen würden. „Ich glaube, es ist sehr wichtig, auch diese studentischen Themen journalistisch zu begleiten. Das aufzufangen, da Fakten, Kontext zur Verfügung zu stellen, dass da auch eine vernünftige demokratische Diskussion möglich ist“, sagt Tim.

Studentische Medien hätten aber auch im Gegensatz zu den klassischen Medien eine Eigenschaft, die besonders ist. „Campusmedien sind näher dran an ihrer Zielgruppe“, sagt Tim. Gerade deswegen könnten sie die Themen, die junge Menschen beschäftigen, oft direkter aufgreifen als große Medienangebote. Studentische Medien könnten dadurch Perspektiven sichtbar machen, die sonst untergehen würden: „Es geht darum, Scheinwerferpunkte zu legen und zu sagen: Guck doch mal da, das ist doch auch spannend.“

Mehr als Journalismus

Neben der journalistischen Arbeit hebt Tim Neumann vor allem den persönlichen Lerneffekt hervor, den Studierende aus ihrem Engagement mitnehmen können. Verantwortung übernehmen, Projekte organisieren oder Teams führen. All das seien Erfahrungen, die weit über das Studium hinaus hilfreich seien. Er selbst habe durch seine Zeit beim Hochschulradio viel für seinen späteren Berufsweg gelernt. Heute arbeitet er professionell im Journalismus. „Ich bin irgendwie anders aus Hochschulradio Düsseldorf e.V. wieder rausgegangen, als ich da reingegangen bin. Im Idealfall immer ein bisschen schlauer, ein bisschen besser, aber natürlich auch mit anderen Erfahrungen, die man hier macht“, sagt er rückblickend.

Für die Zukunft erhofft er sich deshalb vor allem, dass cm3 seine Grundidee bewahrt: ein Projekt von Studierenden für Studierende sein. „Ich wünsche cm3, dass es immer Leute gibt, die diese Grundidee cool finden, die sich da einbringen und die da Herzblut reininvestieren.“

Redigat: jw