Zum Hauptinhalt springen

Kultur

Redaktion:
Auf dem Foto sieht man verschiedene Personen neben einem Umzugswagen in Düsseldorf, die dort mitlaufen und ebenfalls verkleidet sind (Foto: Andreas Meske)
Karneval wir nicht nur in Düsseldorf gefeiert (Foto: Andreas Meske)

Karneval weltweit: Samba, Perlen und Stöckelschuhe

Auf dieser Seite

Die 5. Jahreszeit hat begonnen. Ab Weiberfastnacht wird über Rosenmontag bis zum Aschermittwoch in ganz Deutschland gefeiert. Im Rheinland heißt es Karneval, im Süden Fasching und in anderen Regionen auch Fastnacht. Die Tradition reicht dabei bis zu den alten Germanen zurück. Diese verkleideten sich damals, um böse Geister zu verscheuchen. Aber auch in anderen Ländern gibt es Karnevalstraditionen mit eigener Geschichte und spezifischen Bräuchen.

Rio (Brasilien)

Bei dem Gedanken an Karneval in Rio entsteht sofort das Bild von bunten Straßen mit ausgefallenen Kostümen und großen Umzügen. Während dieser besonderen Zeit kommen pro Tag zwei Millionen Menschen in die Stadt, um sich die aufwendigen Sambachoreografien und das Spektakel anzuschauen. Die Karnevalszeit in Brasilien beginnt an dem Freitag vor Aschermittwoch. Im Gegensatz zum deutschen Karneval steht ein Wettbewerb im Sambatanzen im Vordergrund. Auf einer 700 Meter langen und 13 Meter breiten Strecke zeigen die besten Sambaschulen ihr Können. Am Ende werden die Tänze von einer 40-köpfigen Jury bewertet. Eine der Sambagruppen darf sich dann „Grupo Especial“, die beste Sambagruppe aus Brasilien, nennen.

Teneriffa (Spanien)

Eine Verbrennung an Karneval? Das erinnert hierzulande an die Verbrennung des Nubbels (Rheinland). Dabei wird eine lebensgroße Strohpuppe verbrannt, welche die Sünden der Karnevalist:innen darstellen soll. Ebenso leitet sie den Start in die Fastenzeit ein. Auf Teneriffa wird ebenfalls nach dem Umzug die „Beerdigung der Sardine“ zelebriert. Dabei wird eine Sardinenfigur durch die Stadt getragen und ebenso wie der Nubbel verbrannt. Davor wird jedoch einer der größten und lautesten Umzüge der Welt gefeiert. Der Karneval auf der spanischen Insel wird häufig mit dem brasilianischen Karneval verglichen, da er ebenfalls durch Sambatänze sowie besonders spektakuläre und visuell aufwendige Inszenierungen geprägt ist. Eine besondere Tradition in der Zeit ist der Stöckelschuhlauf, bei dem Männer in Frauenkleidern einen Hindernisparcours durchlaufen müssen.

Venedig (Italien)

Dass es in Venedig auch Karneval gibt, verwundert bei der jahrhundertealten Tradition kunstvoll gefertigter Masken und Kostüme nicht. Während der Karnevalszeit verkleiden sich die Menschen dort mit Masken und historischen Kostümen. Dabei wird, nach der Eröffnung am Markusplatz mit einem Fackelzug, 12 Tage lang durchgefeiert. Es gibt zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. Zum Beispiel finden an dem Wochenende vor Aschermittwoch Bälle statt, wie auch der „Volo dell‘ Angelo“ (Flug des Engels). Dabei wird eine verkleidete Person vom Glockenturm von San Marco herabgelassen und verteilt Konfetti.

New Orleans (USA)

„Mardi Gras“, auch „Fetter Dienstag“ genannt, ist der Name für den Karneval in den US-Südstaaten. Er wird auch gerne „Greatest Free Show on Earth“ genannt – da es für alle kostenlos zugänglich ist. Eingeführt wurde es durch französische Siedler im frühen 18. Jahrhundert. Es wird etwa zwei Wochen lang, ab der Nacht des 12. Januars, gefeiert. Am Faschingsdienstag, einem Tag vor dem Aschermittwoch, enden dann die Festlichkeiten. Während der Zeit füllen sich in New Orleans die Straßen mit Kostümen, Partys und geschmückten Umzugswägen. Ein weiteres Merkmal des Karnevals sind Perlenketten. Diese werden von den Balkonen geworfen, damit sie von den Besucher:innen gesammelt werden können.

Busójárás in Mohács (Ungarn)

Sechstage lang geht „Busójárás in Mohács“ in Ungarn. Ende Februar findet der Karneval statt und hat das Ziel, den Winter zu vertreiben. Es ist die am längsten erhaltene Traditionsveranstaltung des Landes. Sein Ursprung lässt sich zurückführen auf den „Busó“. Historisch lässt es sich auf die Belagerung Ungarns durch die Osmanen zurückführen. Um diese zu vertreiben, verkleideten sich die Šokci, eine südslawische Bevölkerungsgruppe, die unter anderem in Ungarn beheimatet ist, mit furchteinflößenden Masken und erzeugten Lärm. Bei der Vertreibung überquerten sie mit den Masken die Donau mit Booten. Beim Karneval ziehen daher traditionell Männer mit Holzmasken und großen Wollmänteln los und fahren mit Ruderbooten die Donau entlang. Um den Winter endgültig zu vertreiben, wird am Ende ein Sarg, der den Winter symbolisieren soll, verbrannt. Mittlerweile gehört die Figur des „Busó“ zum Wahrzeichen der Stadt.

Redigat: jw