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Düsseldorf

Redaktion:
Auf dem Foto sieht man die Läufergruppe von hinten an der Vennhauser Allee, die gerade anfängt loszulaufen
Aus Oskars Vorhaben ist eine richtige Community entstanden (Foto: Marie Förder)

Eine etwas andere Marathon-Vorbereitung

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Auf den ersten Blick mag es ein bisschen bizarr klingen: Statt einfach die U-Bahn zu nehmen, einfach neben dieser herzulaufen. Doch genau das macht Oskar Cheong seit dem 13. Januar dieses Jahres. Drei Monate hat er sich dafür gesetzt. Gelingt es ihm bis dahin nicht, spendet er einen Geldbetrag, der seiner Follower:innenzahl entspricht, an einen Follower.

Eine Community

An der Bahnstation Vennhauser Allee ist nicht viel los. Die Sonne scheint und an dem blauen Himmel ist keine Wolke zu sehen. Doch etwas fällt auf: eine Gruppe von Menschen in Sportkleidung. Nach und nach treffen immer mehr ein. Es sind Oskar Cheong und seine Läufergruppe. Nachdem alle eingetroffen sind, wird auch schon mit den Aufwärmübungen angefangen. Denn heute steht die U75 auf dem Plan. Die Strecke verläuft von der Vennhauser Allee im Osten von Düsseldorf einmal quer durch die Stadt bis nach Neuss. Es ist die sechste von zehn Bahnen, die Oskar laufen möchte. Die 15 km lange Strecke heute läuft er jedoch nicht allein: Über Instagram kündigt er immer die nächste Strecke und damit auch die nächste U-Bahn-Linie an. Aus seinem Vorhaben ist eine richtige Community entstanden. Laut ihm waren die einfachsten Strecken zwar die davor, doch da hat es nicht so viel Spaß gemacht. Mittlerweile ist das anders.

Bei dieser Linie und auch bei den anderen davor war es schon ganz cool, weil die Community ein wenig gewachsen ist. Da hat man mehr Leute dabei, kann mehr schnacken und sich neben dem Laufen ein bisschen mehr unterhalten

Bei jedem Lauf sind immer unterschiedliche Leute dabei. Genau wie bei dem Lauf der U75. Manche machen zum ersten Mal mit. Für andere ist es schon der zweite U-Bahn-Lauf, wie z. B. für Florian und Tom. Sie beide finden, dass es eine tolle Alternative zu ihrer üblichen Strecke durch den Volksgarten ist und so auch mal die Chance bietet, neue Strecken und die Stadt besser kennenzulernen. Die Challenge inspirierte auch Fiona und Aizhan: Fiona hat durch Oskar wieder mit dem Laufen begonnen, Aizhan nutzt sie zur Vorbereitung auf ihren Marathon.

 

Für alle Beteiligten hat Oskar auch Verpflegung dabei. Bei dem U75-Lauf sind es Vitaminwasser und Proteinriegel. Diese hat er durch Sponsoring bekommen. „Ich war immer sehr proaktiv. Manchmal wurde ich angesprochen. Manchmal habe ich angesprochen. Es ist ein Geben und Nehmen“, erzählt Oskar darüber.

Ebenfalls steht er durch seine besondere Challenge mit der Rheinbahn in Kontakt. „Bei der Rheinbahn habe ich gehofft, dass eine Belohnung herausspringt und sie mir eine Oldie-Bahn am Ende zur Verfügung stellen können, damit ich die Community einladen kann, ein bisschen durch Düsseldorf zu fahren und gemeinsam zu feiern“. Mittlerweile haben diese angekündigt, sich etwas für den Düsseldorfer Läufer zu überlegen. Ob wirklich eine Oldie-Bahn dabei herausspringt, weiß Oskar aber noch nicht.

Die Idee kommt aus Berlin

Die Idee kam Oskar durch die Sportinfluencerin Maren Schiller. Sie ist das ganze Berliner U-Bahn-Netz abgelaufen. Eines Abends hat er sich das dann mal für Düsseldorf ausgerechnet. 

Das waren dann 180 km und 10 Linien. Und dann habe ich mir gedacht, das ist eine ganz coole Challenge das als Marathon Vorbereitung zu nehmen

Trotz der Challenge glaubt er nicht, dass es die beste Vorbereitung auf den Marathon ist. Ihm steht nämlich noch die U79 bevor. Diese verläuft von der Heinrich-Heine-Universität bis nach Duisburg. Insgesamt sind das 41 km. Also genauso lang wie ein normaler Marathon. Das macht dem Düsseldorfer Läufer ein wenig Sorgen. So kurz vor dem Mmarathon ist dadurch keine optimale Regeneration möglich. Die Motivation ist bei Oskar trotzdem da, dennoch hofft er für den Lauf entlang der U79 auf viele Pausen und einige rote Ampeln.

Was dann?

Am 26.04.26 ist Stichtag. Dann ist der Düsseldorfer Marathon, an dem Oskar teilnehmen will. Bis dahin will er alle U-Bahn-Linien in Düsseldorf ablaufen. Doch was ist sein Plan danach? Der Düsseldorfer Läufer möchte auch in Zukunft weitere Challenges und Events mit seiner Community machen. Doch was genau muss er sich noch überlegen. Eins steht aber mit Sicherheit fest: Es bleibt sportlich.

Redigat: jw