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Wissenschaft

Redaktion:
Auf dem Foto ist eine partielle Sonnenfinsternis über dem Rhein zu erkennen. Der Glanz der Sonne spiegelt sich auf dem Wasser.
Die Sonnenfinsternis im August 2026 vom Campus der Heine-Uni aus gesehen.

Wenn der Tag plötzlich zur Nacht wird

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Am vergangenen Mittwoch verdunkelte sich der Himmel über Deutschland. Draußen bildeten sich Menschengrüppchen, Gespräche verstummten und immer wieder wanderten die Blicke nach oben, während die Sonnenstrahlen schwächer wurden. Alle warteten gebannt auf den Moment, in dem sich der Mond vor die Sonne schob und damit ein für viele ein ganz besonderes Ereignis auslöste: Eine Sonnenfinsternis.

IV mit Marcel Leonhardt
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Sonnenfinsternis in Düsseldorf sichtbar

Gegen 19:20 Uhr schob sich der Mond langsam vor die Sonne und verdeckte diese fast zu 90 Prozent. Es war eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Das letzte Mal gab es in Deutschland im Jahr 1999 einen so guten Blick auf eine Sonnenfinsternis. Dabei handelte es sich sogar um eine totale Sonnenfinsternis, bei der der Mond die Sonne vollständig bedeckte. Die nächste Chance dafür bietet sich erst wieder in 55 Jahren an. Deshalb war für Marcel Leonhardt, Physik-Doktorand an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, diese Sonnenfinsternis ein ganz besonderes Erlebnis. Am vergangenen Mittwochabend saß er in der Sternwarte in Solingen vor Teleskopen, um eine Sonnenbeobachtung durchzuführen. Im Gespräch mit hochschulradio düsseldorf erklärt er, wie eine Sonnenfinsternis überhaupt entsteht, warum Sonnenfinsternisse über Deutschland so selten sind und wie die Schutzbrillen Schäden in unseren Augen verhindern.

Total oder partiell?

Es gibt verschiedene Arten von Sonnenfinsternissen. Bei einer totalen Sonnenfinsternis verdeckt der Mond die Sonne zu 100 Prozent. Diese konnte am 12. August 2026 zum Beispiel in Grönland, Island und Spanien beobachtet werden. Diese Länder lagen im sogenannten Kernschatten des Mondes, der entsteht, wenn der Mond bei einer Sonnenfinsternis zwischen Sonne und Erde steht. Deutschland lag außerhalb des schmalen Kernschattens und wurde vom Halbschatten des Mondes überdeckt, sodass der Mond die Sonne von hier aus gesehen nur zum Teil verdeckte. Daher gab es über Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis und die Sonne war noch als schmale Sichel erkennbar.  

Ohne richtigen Schutz für die Augen geht's nicht

Eine Sonnenfinsternis darf nicht mit bloßem Auge beobachtet werden. Sonst drohen schon nach kurzer Zeit bleibende Schäden auf der Netzhaut des Auges. Deshalb sind zum direkten Beobachten einer Sonnenfinsternis unbedingt spezielle Schutzbrillen nötig. Diese lassen nur 0.001 Prozent des Sonnenlichtes durch und das ist für das menschliche Auge ungefährlich. Sonnenbrillen hingegen bieten keinen sicheren Schutz, da sie die UV-Strahlen der Sonne nicht ausreichend filtern. Eine Lochkamera kann stattdessen eine bedenkenlose Alternative zur Schutzbrille sein. Hierbei wird das Sonnenlicht durch ein kleines Loch in einer lichtundurchlässigen Fläche, beispielsweise Alufolie, auf eine Projektionsfläche gelenkt und dadurch ein Abbild der Sonne erzeugt. Diese Vorrichtung schützt die Augen, weil so nicht direkt in die Sonne geschaut wird. Als weitere Möglichkeit kann eine  Sonnenfinsternis auch von einer Sternwarte oder einem Planetarium mit speziellen Teleskopen betrachtet werden.  

 

Redigat: jm