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Wissenschaft

Redaktion:
Besucher:innen schauen sich die ausgestellten Bilder an (Foto: Michelle Pieczyk)

Vom Hörsaal ins Packeis

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Es herrscht Stille auf der scheinbar unendlichen Landschaft aus Packeis. In der Ferne sind riesige Eisberge zu sehen. Eine Robbe taucht mit neugierigem Blick aus dem Wasser auf und ein Eisbär springt von einer Eisscholle zur nächsten. Diese Szenen sind vielen nur aus Dokumentarfilmen bekannt. Forschende der Heine-Uni konnten sie aber schon mehrfach aus nächster Nähe betrachten. Im Haus der Universität sind ihre Eindrücke in Form von Fotos und Videos noch bis zum 21.8. ausgestellt. Ergänzt wird die Ausstellung von Fotografien anderer Polarwissenschaftler:innen, die z. B. am Alfred-Wegener-Institut–Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung arbeiten. Die Forschenden haben während ihrer Forschungsreisen die Natur, die Tiere und ihre Arbeit in der Arktis oder Antarktis dokumentiert. Wissenschaftler:innen der Heine-Uni haben dann zusammen mit Studierenden eine Ausstellung kreiert.

Studierende gestalten mit

Die Ausstellung entstand unter anderem durch das große Interesse von Studierenden der HHU. Wir haben Studenten, die immer fragen: „Wie ist das? Was macht ihr da? Wie sieht das aus? Und so kam eigentlich die Idee zur Ausstellung", sagt Ellen Oldenburg, die die Ausstellung mitkuratiert hat. Die Studierenden wollten wissen, wie Forschungsreisen in die Arktis und Antarktis ablaufen, wie vor Ort gearbeitet wird und welchen Tieren und Landschaften die Forschenden begegnen. Um genau diese Fragen zu beantworten und ein besseres Verständnis für die Polarforschung zu schaffen, entschieden sich die Postdoktoranden Ellen Oldenburg und Ovidiu Popa vom Institut für Quantitative und Theoretische Biologie der HHU zusammen mit Professorin Sieglinde Ott vom Department Biologie der HHU eine Ausstellung zu den Polargebieten zu konzipieren. Alle drei waren selbst entweder in der Arktis oder Antarktis und haben dort Proben von Eisschollen, Meereswasser oder Flechten gesammelt. Gemeinsam mit Studierenden der HHU gestalteten sie die Ausstellung.

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. August geöffnet

Die Fotoausstellung „Polargebiete – Expedition in die Extreme“ kann noch bis zum 21. August im Haus der Universität betrachtet werden. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

Wenn das Eis schmilzt

Professorin Sieglinde Ott betont die zentrale Rolle der Polargebiete für das globale Klima, die die Ausstellung hervorheben soll. Die Polargebiete sehen nicht nur faszinierend aus. Rund um die Pole zirkulieren Ozeanströmungen, die Wärme, Salz und Nährstoffe über den gesamten Planeten verteilen. Sie beeinflussen Temperaturen, Meeresökosysteme und Wetterlagen in weit entfernten Regionen.

Der Klimawandel hat einen großen Einfluss auf diese Strömungen. Denn das Abschmelzen von Eis und Gletschern verändert den Salzgehalt und die Temperatur des Meerwassers, wodurch die Strömungen langsamer oder unregelmäßig werden. Das kann auch Folgen für Deutschland haben: Extremwetter wie Hitzewellen, Stürme oder Starkregen nehmen zu und Ökosysteme geraten aus dem Gleichgewicht. Weltweit steigt außerdem der Meeresspiegel. Ovidiu Popa hebt hervor: „Ich hoffe, dass dieser Eindruck, den man durch die Ausstellung bekommt, zeigt, wie fragil dieser Planet ist. Und vor allem die Arktis und die Antarktis.“ Er sagt, dass dort lebenswichtige Systeme auseinanderbrechen. Mit der Ausstellung will er ein Bewusstsein dafür schaffen, auf den Planeten und die Umwelt aufzupassen und sie zu schützen.

Redigat: jw