Wissenschaft

„Nolans Odysseus ist ein moderner Held“
Gefährliche Monster, ein Kampf ums Überleben und eine jahrelange Heimreise. Das alles gibt es in der Odyssee. Die Odyssee ist eigentlich ein altes griechisches Epos. Es geht um Götter und Helden. Letzten Monat kam eine Verfilmung dieses Epos heraus. Christopher Nolan führt Regie und Oscar-Preisträger:innen wie Matt Damon und Anne Hathaway spielen mit. Dadurch hat der Film schon vor seiner Veröffentlichung für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Professor Michael Reichel lehrt an der Heine-Uni Gräzistik am Institut für Klassische Philologie. Einer seiner Forschungsschwerpunkte sind Homers Epen. Im Interview spricht er insbesondere darüber, wie er den Film einschätzt und wie sich Nolans Figuren von denen Homers unterscheiden.
Homer und die Epen
Das Epos ist ein fiktionaler Text in Erzählform. Es gehört zu den bekanntesten Literaturformen der Antike. Epen in der griechischen Antike sind in Versform verfasst. Sie handeln zumeist von Göttern und Helden.
Homer gilt als Autor der beiden Epen Ilias und Odyssee. Beide haben eine orale Tradition und die Geschichten waren wohl schon vor Einführung der Alphabetschrift in Griechenland gegen 800 v. Chr. bekannt. Möglicherweise schrieb Homer sie gegen Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. Allerdings ist nicht gesichert, ob es Homer überhaupt gegeben hat. Die Diskussion darüber ist nicht abgeschlossen und wird als „Homerische Frage“ bezeichnet.

Der Film „Die Odyssee“
Regie: Christopher Nolan
Musik: Ludwig Göransson
Kamera: Hoyte van Hoytema
Besetzung:
Odysseus: Matt Damon
Telemachos: Tom Holland
Penelope: Anne Hathaway
Athene: Zendaya
Helena/Klytaimnestra: Lupita Nyong’o
Eumaios: John Leguizamo
Kalypso: Charlize Theron
Menelaos: Jon Bernthal
Agamemnon: Benny Safdie
Antinoos: Robert Pattinson
Länge: 172 min
Homers Odyssee
Die Odyssee gliedert sich in 24 Gesänge, die insgesamt aus über 12.000 Versen bestehen. Sie schildern die Reise des Königs Odysseus nach dem Ende des Trojanischen Krieges. Seine Fahrt dauerte mit Unterbrechungen zehn Jahre. Am Ende kehrt er in seine Heimat zurück.
Homer war einer der großen Frauenversteher der antiken Literatur
Prof. Michael Reichel

