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Panorama

Das Bild zeigt Supermarkt-Regale in einem koreanischen Laden.
Regale in einem koreanischen Convenience Store gefüllt mit den beliebten Instant-Nudeln

Wie Seoul Studierende inspiriert

Ein Gastbeitrag von Pauline Wenzel

Auf dieser Seite

Inmitten der japanischen Szene in Düsseldorf hat sich über die letzten Jahre immer mehr die südkoreanische Kultur etabliert. Obwohl weiterhin ein großes Interesse am Japan-Tag oder den zahlreichen Manga-Geschäften besteht, erhalten südkoreanische Läden und Restaurants steigend mehr Zuspruch. Besonders unter jungen Leuten, die sich für K-Pop oder bunte Getränke aus Convenience Stores interessieren, wird die Kultur immer beliebter. Auch auf Social Media sammeln sich Beiträge, in denen neue Tanz-Challenges zur koreanischen Popmusik zum Trend gemacht werden. Studierende berichten, dass ihnen Südkorea in Düsseldorf unter anderem in Little Tokyo in den entsprechenden Geschäften und Restaurants begegnet, aber gleichzeitig auch der HHU-Campus immer mehr Möglichkeiten bietet, die Kultur aus Südostasien näher kennenzulernen. 

Noch Little Tokyo oder bereits Little Seoul?

Der zentralste Standort des japanischen Viertels namens Little Tokyo ist die Immermannstraße, die einen Großteil der asiatischen Läden und Foodspots beherbergt. Und während dort weiterhin die japanische Kultur dominiert, befinden sich in den Seitenstraßen rund um die Immermannstraße viele verschiedene koreanische Geschäfte, die immer beliebter werden. Unter den Kundinnen und Kunden befinden sich größtenteils junge Menschen, viele von ihnen Studierende, die ihre freie Zeit gern inmitten von Düsseldorfs Seoul verbringen. Neben japanischen und koreanischen Lokalitäten gibt es aber auch Restaurants aus Vietnam, Indien oder Thailand. Little Tokyo wird somit vielleicht nicht zu Little Seoul, aber dafür scheint die Bezeichnung „Little Asia“ treffender, da das kulturelle Angebot immer vielfältiger und bereichernder für Interessierte wird. Besonders beliebt unter jungen Leuten sind allerdings die koreanischen Convenience Stores, die auch auf Social Media immer wieder viral gehen und für eine Erweiterung des Marktes sorgen.

Einer der beliebtesten Orte für Studierende

Name: The Gangnam

Wo: Stresemannstraße 33, 40210 Düsseldorf 

Öffnungszeiten: Montags-Samstags, jeweils von 9:30-21 Uhr

Angebot: Neben zahlreichen koreanischen Supermarkt-Produkten gibt es vor allem eine Photo Booth, in der man sich verkleiden und gemeinsam mit Freundinnen und Freunden Fotos machen kann. Für K-Pop-Fans gibt es sogar die Möglichkeit seinen Lieblings-Artist in sein Foto hineinzubearbeiten. Währenddessen läuft die bekannte Popmusik über Lautsprecher im gesamten Laden und auf einem Bildschirm im Eingang werden die dazugehörigen Musikvideos abgespielt.

K-Pop auf dem Campus

Das Interesse unter Studierenden an Südkorea bezieht sich besonders auf die Popkultur. Vor allem die Musik und die dazugehörigen Choreografien werden immer beliebter und laden unter jungen Leuten zum gemeinsamen Tanzen ein. Das umfangreiche Hochschulsportangebot für Studierende in Düsseldorf bietet seit Mai 2025 auch einen K-Pop-Tanzkurs namens CTRL an, bei dem immer wieder neue Choreografien verschiedener Girl- und Boygroups aus Südkorea gelernt und gemeinsam getanzt werden. Geleitet wird der Kurs von zwei Studentinnen. Aktuell findet er jeden Montag von 14:30–16 Uhr statt, auch in der vorlesungsfreien Zeit. Die Mitglieder berichten davon, dass der Kurs für sie etwas Besonderes sei, was es so an anderen Universitäten nicht gibt. Außerdem bietet das Tanzen die Möglichkeit, sein Hobby und seine Interessen zu verbinden und mit anderen Studierenden zu teilen. Denn zum einen stehen das Tanzen und zum anderen auch ein gemeinsames Interesse an K-Pop und der südkoreanischen Kultur allgemein im Vordergrund. Gleichzeitig finden viele Mitglieder Gefallen an anderen Ländern und Sprachen und sehen hier einen Weg, sich über neue Kulturen auszutauschen.

Ursprung liegt in der Fan-Liebe

Doch woher kommt die immer größer werdende Faszination für Südkorea? Jana Müller ist Studentin der Medien- und Kulturwissenschaft, K-Pop-Fan und seit längerem Mitglied der Tanzgruppe. Sie vermutet besonders einen Zusammenhang mit der koreanischen Popmusik, die durch Gruppen wie BTS oder Blackpink im Westen immer beliebter geworden ist.

Es ist ein sehr facettenreiches Genre […] und bildet einen spannenden Kontrast zu vielen westlichen Artists.

Jana Müller 

Jana hat festgestellt, dass man aufgrund von Fankultur automatisch ein Interesse daran entwickelt, die Kultur seiner Lieblings-Artists kennenzulernen, wo zum Beispiel auch das Erlernen der Sprache dazu gehört. Aus Fan-Liebe kann also kulturelle Bereicherung entstehen, die Gemeinschaften bildet und dazu einlädt, Neues auszuprobieren.