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Panorama

Redaktion:
Auf dem Bild sieht man das Duo Amadou (l.) und Mariam (r.), beide machen Musik und tragen abgestimmte Kleidung
Ob in der Musik oder bei der Kleiderwahl, Amadou (l.) und Mariam (r.) waren immer aufeinander abgestimmt. (Foto: Afrika Film Festival Köln)

Amadou und Mariam – eine Liebesgeschichte mit Soundtrack

Ein Beitrag von Faith Nahimana

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Ende Juli präsentierte das Afrika Film Festival Köln im Kino Rex am Ring den Dokumentarfilm „Amadou et Mariam: The Blind Couple from Mali“. Unter der Regie von Ryan Marley zeigt die mehrsprachige Dokumentation das Leben der Musiker:innen Amadou Bagayoko und Mariam Doumbia. Das musikalische Duo, stammend aus Mali, verbindet traditionelle malische Musik mit internationalen Einflüssen. 

Aus Liebe wird Musik

Die Dokumentation zeigt das Kennenlernen der beiden im Blindeninstitut in Bamako, Mali, in dem Amadou Bagayoko Musik studierte. Das Liebespaar und Duo war zuerst unter dem Namen „The Blind Couple“ bekannt. Beide waren nicht von Geburt an blind. Bagayoko verlor seine Sehkraft im Alter von 5 Jahren, Doumbia mit 15 Jahren. Zusammen musizierten sie zuerst in einer Band am Blindeninstitut in Bamako. Mariam Doumbia war zuvor schon Mitglied in einer Gruppe und sang bei traditionellen Feiern. Später gingen sie in die benachbarte Elfenbeinküste, um ihre Musik auf Kassetten festhalten zu können. Die Zuschauer:innen der Dokumentation konnten neben ihrem Aufstieg in Mali und später auch weltweit ebenfalls die Aufnahmen ihres neuen Albums in Barcelona und ihr Leben, aufgeteilt in Paris und Mali, sehen. Nachdem die Beziehung der beiden anfangs auf Widerstand in Familienkreisen stieß, gründeten sie später ihre eigene Familie. Ihr Geburtsland war und ist für Sie immer noch ihr Zuhause, wie die beiden im Film erklären. Bis zu Amadou Bagayokos Tod 2025 waren Amadou und Mariam auf und abseits der Bühne ein unzertrennliches Paar. 

Ihre Musik ist ein Vermächtnis

Im heutigen unruhigen Mali wird Musik als Mittel des politischen Widerstands genutzt; so handeln die Songs von Amadou und Mariam über Liebe, Frieden und gegenseitiges Verständnis. Lob und Bewunderung erhalten sie nicht nur von Maliern, sondern auch von Musikern wie Chris Martin, Damon Albarn und New-York-Times-Journalist Will Hermes. Songs wie „Bofou Safou“ oder „La Confusion“ drücken Frustration über die Politik und die sozialen Umstände aus. Ihre Musik ist ein Vermächtnis für Malier, die afrikanische Diaspora und Musikliebhaber:innen weltweit. So sagt Amadou Bagayoko in der Dokumentation selbst: „Unsere Musik wird immer für Mali sein.“ 2009 war das malische Duo sogar eine Vorgruppe auf der Viva-la-Vida-Tour der Band Coldplay. Kennengelernt hatten sich die Musiker in einer britischen Fernsehshow, so Amadou und Mariam in einem Interview. Insgesamt spielten sie zehn Konzerte mit der Band. Neben dieser und ihren eigenen Tourneen spielten sie 2009 auch auf dem bekannten Glastonbury Festival.

Auf Lachen folgte Applaus

Im ausverkauften Kinosaal war neben dem ein oder anderen Lacher auch eine schwere Stille wahrzunehmen, als Amadou Bagayokos Tod und darauffolgend Mariam Doumbias erster Soloauftritt thematisiert wurden. „Berührend fand ich, dass sie ihr ganzes Leben zusammen verbracht haben“, sagt Kinobesucherin Valeria (41), als Fazit zur Doku. Die Songs des Duos sorgten für wippende Füße und stießen auf große Begeisterung, welche schließlich in einem lauten Applaus mündete. Auch heute noch wird die Musik des Duos für Neuinterpretationen verwendet. So erschien im April 2026 der Song „Ma chérie“ von der französischen Sängerin Zaho, in dem der Song „Je pense à toi“ wiederzuerkennen ist.

Redigat: ms

Afrika Film Festival Köln

Die Dokumentation wurde in einer einzelnen Vorführung vom Afrika Film Festival Köln gezeigt. Das Afrika Film Festival Köln wird organisiert vom FilmInitiativ Köln e. V. und lädt bereits seit 1992 zu Filmvorführungen ein. Es hat es sich zum Ziel gesetzt, politische Diskussionen anzuregen und Diversität zu fördern. Auch in diesem Jahr können Interessent:innen vom 17. bis zum 27. September Kurz- und Spielfilme sowie Panel-Talks und Live-Musik in Köln genießen. Auf der Website des Afrika Film Festivals kann jetzt schon das Programm eingesehen werden. Im Filmforum Ludwig können unter anderem die Filme „Trop c’est trop (enough is enough)“, ein Film über das Leben in Goma, einer Stadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, und "Njangaan", ein Film aus dem Jahr 1975, welcher die gesellschaftlichen Zustände im Senegal bemängelt, gesehen werden.