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Kultur

Auf dem Bild sieht man zwei Menschen, die auf eine bunte Wand im Kunstpalast schauen, auf der mit weißer Farbe "Die geheime Macht der Düfte" geschrieben steht.
Ausschnitt aus der Ausstellung (Foto: Anne Orthen)

Zwischen Düften und Gemälden

Ein Gastbeitrag von Asya Yesil

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„Die geheime Macht der Düfte“ ist eine Ausstellung im Kunstpalast, die für Menschen jedes Alters interessant ist. Durch seine interaktive Form bietet der Rundgang Unterhaltung für junge und alte Menschen.

Gerüche und Erinnerungen

Düfte können die unterschiedlichsten Assoziationen wecken, denn sie sind eng mit Erinnerungen verknüpft. Oft bleiben Gerüche länger im Gedächtnis, als Bilder oder Geräusche, und erinnern Jahrzehnte später noch an bestimmte Situationen. Das Parfüm, das man auf der ersten Party seines Lebens getragen hat, kann einen Jahre später an peinliche Situationen erinnern, genauso wie der Geruch des Leibgerichtes aus der Kindheit ein wohliges Gefühl hervorbringen kann. Das zeigt, wie schnell und emotional Düfte wirken, oft ohne dass man sich dessen bewusst ist.

Der Kunstpalast in Düsseldorf spielt in der Ausstellung „Die geheime Macht der Düfte“ genau mit diesen Gefühlen. Die Besucher:innen werden dort aktiv aufgefordert, ihre Nase gezielt zum Erschnuppern der unterschiedlichsten Gerüche einzusetzen.

Der Ausstellungsaufbau

Die 30 Duftstationen stehen neben den Werken in der Sammlung des Kunstpalastes. Dabei werden sowohl Raumdüfte eingesetzt, beispielsweise solche, die nach Weihrauch riechen, als auch interaktive Möglichkeiten, einen Geruch wahrzunehmen. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, auf einen Knopf zu drücken, der auslöst, dass ein Luftstoß aus einem kleinen Loch herausschnellt, der nach Parfüm riecht. Die Ausstellung überlässt es den Besucher:innen selbst, wie lange und intensiv sie sich mit einem Duft auseinandersetzen wollen. Dabei wird sich auch um die visuellen Eindrücke gekümmert, denn die Duftausstellung findet in der Sammlung des Kunstpalastes statt, die Kunst aus alten und modernen Zeiten beinhaltet. In Räumen, die religiöse Kunstwerke zeigen, riecht es im Raum nach Gerüchen, die damit assoziiert werden, wie zum Beispiel Weihrauch, was eine beeindruckende Atmosphäre schafft.

Geschichte der Gerüche

Die Ausstellung bietet auch geschichtsinteressierten Menschen einen Grund, die Ausstellung zu besuchen. Chronologisch begleitet die Ausstellung einen von spirituellen Gerüchen der fernen Vergangenheit, zu Gerüchen des 18. Jahrhunderts, bis hin zu modernen Parfüms des 20. Jahrhunderts. Eine Duftstation beleuchtet sogar die Entwicklung des Geruchs der bekannten Waschmittelmarke Persil – von den Anfängen des Produktes bis heute.

Beim Rundgang wird deutlich, wie gesellschaftlich relevant Gerüche in allen Zeiten waren und sind. Sie symbolisieren die unterschiedlichsten Dinge: Glauben, Hygiene und Wohlstand. Es gibt natürlich auch Gerüche, die als unangenehm empfunden werden. Auch solche Duftstationen, mit Gerüchen wie „Die Straßen von Paris“ oder „Krieg“, gibt es in der Ausstellung. Die Konfrontation mit so vielen Gerüchen nacheinander, die man sonst nicht an einem einzelnen Ort auffindet, macht die Ausstellung so vielfältig.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Robert Müller-Grünow, einem 58-jährigen Pionier für Dufttechnologien und Autor. 2018 brachte er das gleichnamige Buch „Die geheime Macht der Düfte“ heraus und nutzte sein Wissen über Gerüche für die Kuration der interaktiven Ausstellung. Im November bot Müller-Grünow selbst eine Führung durch seine Ausstellung an.

Wessen Interesse die Ausstellung zu besuchen jetzt geweckt wurde, hat Glück, denn bis zum 08.03. kann man sie noch besuchen. Unter 18 Jahren ist der Eintritt kostenlos, der reguläre Preis beträgt 13 Euro, aber es gibt gute Nachrichten: Für Student:innen gibt es ermäßigte Karten mit 3 Euro Rabatt.