Kultur

Köln wird zur Bühne der Popkultur
Das c/o pop Festival in Köln-Ehrenfeld lädt von Mittwoch bis Sonntag zu fünf Tagen musikalischer Vielfalt und kreativen Begegnungen ein. Etablierte Acts und Newcomer:innen füllen die Bühnen und bilden mit Künstler:innen wie Fuffifufzich (Eröffnung am Mittwoch), Levin Liam und Lgoony ein vielfältiges und talentiertes Line-up. Durch zahlreiche Locations und auch Aktivitäten abseits der Musik soll ein Festivalgefühl entstehen, das Diversität, Innovation und echte Begegnung feiert.

Seit 2004 hat sich das Festival mittlerweile zu einem der wichtigsten Festivals für Popkultur in Deutschland entwickelt, weil es die Vielfalt der Szene sichtbar macht. Das Besondere am c/o pop: Es ist mehr als nur ein Musikfestival. Die Veranstaltung verbindet Konzerte mit Formaten wie Talk, Networking, DIY-Events und weiteren kreativen Aktivitäten. Tagsüber bietet es die Möglichkeit, Impulse zu den aktuellen Herausforderungen und Zukunftsfragen der Musikbranche zu sammeln, bevor abends die Popkultur ausgelebt wird. Es schafft damit eine einzigartige Plattform für alle möglichen Formen von Kunst aus der gesamten Branche. Außerdem bietet das c/o pop Festival eine Gelegenheit, um Newcomer:innen zu entdecken. Dort haben bereits große Künstler:innen wie Ski Aggu oder AnnenMayKantereit dort gespielt, lange bevor sie die große Bekanntheit erlangt haben. Anstatt sich auf spektakuläre Headliner:innen zu konzentrieren, fokussiert sich das Festival auf eine große Diversität an Künstlern:innen. Unterrepräsentierte Gruppen werden bei c/o pop gefördert, denn die Veranstaltung will für Equality & Inclusion stehen.
Die Veranstaltung verteilt sich auch dieses Jahr über zahlreiche Locations, von intimen Club-Venues bis hin zu größeren Konzerthallen. Das Line-up 2026 spiegelt die Vielfalt der aktuellen Musikszene wider und präsentiert eine spannende Mischung von Acts, die unterschiedlichste Genres bedienen – von Deutschrap über Indie-Pop bis hin zu elektronischer Musik. Man kann für das Festival jeweils Tagestickets oder das 3‑Tages‑Ticket von Donnerstag bis Samstag kaufen. Der Festival-Sonntag steht schließlich allen offen und bietet ein buntes, kostenloses Programm – ganz ohne Ticket.
Ticketpreise
Mittwoch Eröffnungsshow/Fuffififzich: 40 Euro
Donnerstag: 40 Euro
Freitag: 40 Euro
Samstag: 40 Euro
Sonntag: Kostenloses Programm
3-Tages-Ticket (Donnerstag bis Samstag): 110 Euro
Fuffifufzich: Eröffnung mit Synthpop-Power
Fuffifufzich eröffnet das c/o pop Festival 2026 am 15. April und ist damit ein zentraler Act des Programms. Die Berliner Musikerin hat sich in den vergangenen Jahren als außergewöhnliche Stimme zwischen Pop, Rap und Synthesizer-Sounds etabliert. Sie macht seit 2018 Musik und ihr Stil lebt von Gegensätzen: Mal wirkt er verspielt und leichtfüßig, dann wieder melancholisch. Genau diese Mischung macht Fuffifufzich aus und sorgt dafür, dass ihre Musik sofort einen Wiedererkennungswert hat. Im Mittelpunkt ihrer Songs stehen häufig Gefühle, Beziehungen und Erfahrungen aus ihrem Leben, die sie mit ihrer Musik verarbeitet. Ihr gelingt es, emotionale Themen in einen nahbaren Sound zu übersetzen.
Wir haben es uns heut gesagt, Baby
Ich liebe dich eventuell für immer
Aber so, wie es jetzt ist
Ist es nicht gut
Fuffifufzich – Ich liebe dich evtl. für immer
Fuffifufzich spielt aber keine langsame, gefühlvolle Musik, sondern nutzt gerne energische elektronische Elemente mit Synthesizern und 80er-inspirierten Beats. In ihren Songs passiert viel. Sie verwandelt ihr Innerstes in einen eingängigen Sound und hat sich damit schnell einen rasant wachsenden Platz in der Musikszene geschaffen. Dabei wechselt sie in ihren Texten zwischen Deutsch und Englisch hin und her.
Dass Fuffifufzich das c/o pop Festival am Mittwoch eröffnet, passt gut zur Ausrichtung des Festivals, das immer wieder Künstlerinnen und Künstler sichtbar macht, die sich nicht ohne Weiteres in eine Schublade stecken lassen. Fuffifufzich sieht ihr Publikum selbst auch eher als FLINTA und queer. Für den Auftakt in Köln-Ehrenfeld ist Fuffifufzich damit ein Act, der nicht nur musikalisch, sondern auch atmosphärisch ein Zeichen setzen dürfte.


Levin Liam: Die neue Stimme des Pop-Rap
Levin Liam zählt zu den größten Acts beim c/o pop Festival 2026 und tritt am Donnerstag, dem 16. April, in der Live Music Hall Köln auf. Der Hamburger hat mit Hits wie „Mann vom Fach“ oder „aufwachen“ die Szene erobert. Mittlerweile hat sich Levin Liam in der Deutschrap-Szene etabliert und sich Features, z.B. mit UFO361, OG Keemo, Reezy und Ski Aggu, sowie eine gemeinsame EP mit Miksu/Macloud gesichert. Als ausgebildeter Schauspieler debütierte Levin Liam 2020 musikalisch. Seine Musik fasziniert durch seine talentierte Gesangsstimme und die melancholischen Lyrics. Der Musiker schafft es, die tiefgründigsten Lines mit einer Leichtigkeit zu performen, die mitfühlen lässt.
Vergiss mich nicht zu schnell
Denk dran, ich war irgendwann dein Held
Das kannst du dir nicht kaufen nicht mit Geld
Levin Liam – Intro, auf seinem Debütalbum „vergiss mich nicht zu schnell" aus 2022
Er vereint Liebe, Verlust und Alltag, gemischt mit Hip-Hop-Elementen. Der junge Künstler aus Berlin hat es geschafft, mit seiner Mischung aus eingängigen Pop-Melodien und authentischen Rap-Lyrics eine wachsende Fanbase aufzubauen. Seine Musik zeichnet sich durch emotionale Tiefe und melodische Hooks aus, die im Ohr bleiben. Dabei zeigt sich seine Fähigkeit, persönliche Geschichten zu universellen Anthems zu machen. Was Levin Liam von vielen seiner Zeitgenossen unterscheidet, ist seine musikalische Vielseitigkeit. Er bewegt sich mühelos zwischen unterschiedlichen Stimmungen und Genres, kann sowohl melancholische Balladen als auch energiegeladene Party-Tracks liefern. Seine Texte behandeln Themen wie Beziehungen, Selbstzweifel und das Erwachsenwerden in der digitalen Generation, ohne dabei in Klischees zu verfallen. Sein Auftritt bietet die Gelegenheit, einen Künstler der nächsten Generation des deutschen Pop-Rap zu entdecken.
Lgoony: Trap mit Haltung
Lgoony ist eine der prägendsten Stimmen der deutschen Trap-Szene und bringt seine Energie am 18. April in den Club Bahnhof Ehrenfeld. Der Kölner ist seit über einem Jahrzehnt dabei und hat schon als Teenager mit der Musik angefangen. Wenn man Lgoony mit irgendjemandem anderen assoziieren müsste, wäre es auf jeden Fall Money Boy. Seine Verbindung zu Money Boy ist ikonisch: Die beiden teilen nicht nur den Berliner Underground-Spirit, sondern haben auch kollaboriert und einander inspiriert. Money Boys provokante, meme-beladene Trap-Ästhetik findet in Lgoonys surrealer Delivery einen natürlichen Verbündeten. 2014 gab es bereits das erste Feature zwischen den beiden, und das Rap-Phänomen Lgoony war geboren. Das große Ziel seiner Musik ist es, Spaß zu machen. Er erschafft sich in seinen Texten eine absurde, hypermaterialistische Traumwelt und rappt über Luxusmarken und ganz viel Geld. Diese zunächst oberflächlichen Themen verpackt Lgoony aber in seinen ganz eigenen Stil. Außerdem kommentiert er auch gerne die Szene und den Zeitgeist in seinen Songs auf eine witzige Art und Weise:
Greta Thunberg (Woh), Greta Thunberg (Yeah, yeah)
Lebe schnell, save die Welt – Greta Thunberg (Ey, ey)
Bin ein Held, bin ein Star – Greta Thunberg (Oh yeah)
Young as fuck, ich bin smart – Greta Thunberg (Young, damn)
Lgoony – „Greta Thunberg", aus dem Jahr 2021
Mit seinem Song zum Klimaschutz oder beispielsweise einem Song über das Händewaschen während der Corona-Pandemie nutzt Lgoony seine Musik auch für ernste Themen. Seine mit Energie geladenen Sets könnten eine spannende Erfahrung beim Festival sein. Lgoony mischt SoundCloud-Rap, die Kölner Straßenkultur und US-Trap.

Das c/o pop Festival 2026 verspricht wieder einmal eine Mischung aus etablierten Größen und spannenden Newcomer:innen. Mit Künstler:innen wie Levin Liam, Lgoony und Fuffifufzich zeigen sich die Hip-Hop-Highlights des Festivals; diese drei sind auch bereits ein fester Bestandteil im Programm von hochschulradio düsseldorf. Auch Fans von Indie-Musik kommen auf ihre Kosten: Mit Philine Sonny und Jo The Man The Music sind zwei Acts vertreten, die das Line-up um weitere spannende Facetten der deutschen Musiklandschaft ergänzen.
Das c/o pop Festival deckt verschiedene Stilrichtungen ab und zeigt, wie vielfältig und lebendig die Szene aktuell ist. Köln wird in diesen fünf Tagen daher erneut zur Anlaufstation für die Pop- und Rap-Kultur.
Redigat: mf/mg/am

