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Kultur

Redaktion:
Auf dem Foto sieht man die Band Blond in bunten Klamotten vor einem weißen Hintergrund: Das sind Nina, Lotta und Johann
Die Band "Blond" ist im April in Düsseldorf aufgetreten. (Foto: Can Wagner)

Gute Musik, leere Spinatpackungen und Flöten-Feuerwerk

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Zum Blondkonzert in Düsseldorf war das zakk am 29.04 rappelvoll. Das Konzert in Flingern war komplett ausverkauft. Als Support-Act hat die Newcomerin Emma Rose den Abend eröffnet. Die Blond-Fans, genannt „Blondinators“, kamen ganz getreu dem Dresscode „billig und ordinär“ mit Tüllrock, Glitzertop oder ganz bequem in Jogginghose. Fashionable ging es aber auch auf der Bühne zu. Es gab über den Abend verteilt drei spektakuläre Outfitwechsel der Band. Bei einem davon ist sogar die Hose von Bassist und Keyboarder Johann in der Bühnenkonstruktion gelandet und hängen geblieben. Danach musste sie erst mal wieder heruntergeangelt werden. Auf ihrer aktuellen Tour haben Blond mehrere Support-Acts dabei, die sie abschnittsweise begleiten. Bei fünf Konzerten war Emma Rose dabei. Düsseldorf war der erste Abend.

BmO Blond
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KGmO Emma Rose
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Das ist Blond

Blond ist eine Indie-Pop-Band aus Chemnitz. Daher nennen sie sich ironisch auch „sächsische Prominenz“. Gemeint sind Nina, die Frontfrau am Bass und Mikro, und ihre Schwester Lotta, die Schlagzeugerin der Truppe. Ihr Kindheitsfreund Johann vollendet das Trio und glänzt am Bass, der Gitarre und am Keyboard. Ihre Musik nimmt kein Blatt vor den Mund und erzählt mit einer Prise Humor und Zynismus von Alltag, Beziehungen und gesellschaftlichen Themen. Aktuell sind sie mit einer Zusatztour zu ihrem neuen Album „Ich träum doch nur von Liebe“ unterwegs und bringen die neuen Stücke auch live auf die Bühne.

Emma Rose zwischen Gesellschaftskritik und Genrebrüchen

Dass Emma Rose für Blond supportet, hat sie sehr gefreut, erzählt sie im Interview mit hochschulradio düsseldorf. Sie selbst sei  „der größte Blond-Fan“. An die Anfrage für die Tour, kann sie sich noch gut erinnern: „Als die mir plötzlich auf Instagram geschrieben haben, ob ich bei denen Support spielen will, ja! Ja, war richtig verrückt. Ich bin ganz ausgeflippt.“ Durch eine Freundin ist sie auf die Band aufmerksam geworden. Deshalb war ein besonderer Moment des Abends, als die Sängerin diese im Publikum grüßen konnte.

Angefangen hat Emma Roses Musik schon bei Schulprojekten. Später hat sie bekannte Songs auf Social Media gecovert. Ihren Durchbruch erlangte sie dann dadurch, dass ein Cover 2024 auf TikTok viral ging. Es war „Rummelplatz" von Money Boy. Das Besondere an ihrem Cover war, dass sie den eigentlichen Rap-Song als Ballade sang. Mittlerweile macht sie nur noch selten Cover auf Social Media, sondern singt meistens ihre eigenen Songs. Letztes Jahr ist daher auch ihre erste EP „Süß-Sauer“ erschienen.

Motzen über nervige Männer

Emma Rose selbst beschreibt im Interview mit hochschulradio düsseldorf ihre Musik als „feministisch geprägt und ganz frech“. Thematisch ist sie eigentlich ganz offen. Mit ihren Songs geht sie meistens „gerne an Orte, die wehtun“. Dazu gehören vor allem: nervige Männer. Ein Song genau zu dem Thema ist „Männergrippe“. In dem Song singt sie über unselbständige und unzuverlässige Boyfriends und wie sie gerne mit ihren Freund:innen motzt und sich über das Verhalten auskotzt. Den mag Emma Rose ganz besonders, vor allem schafft er live „noch mal so viel mehr Energie auf der Bühne“.

Und diese Energie ist auch in Düsseldorf angekommen. Zu Emma Rose wurde ordentlich getanzt und mitgesungen. Einige Fans haben auch Schilder für sie gemalt. Da gab es zum Beispiel eine Referenz zu ihrem Song „Das Beste“. Auf Pappe hat ein Fan aus „Das Beste in mir bist immer nur du“ eine neue Variante gemacht und lobt: „Das Beste in meiner Playlist bist immer nur du!“

Tiefkühlspinat und Sims

Unter Blondinators ist es üblich, dass Schilder gebastelt werden. Diese gab es deshalb nicht nur für Emma Rose, sondern auch für Blond. Auf den Plakaten wurden zum Beispiel Lyricreferenzen oder Insider aus der Community auf Pappe mit zum Konzert gebracht. Aus dem Blond-Lyric „Nichts ballert so wie du“ (Wie du) wurde an dem Abend „Nichts ballert so wie blond“ und aus „Nicht mal mein Sim hat sein Leben im Griff“ (SIMS 3) wurde „Sogar mein Sim ist Blondinator“. Passend dazu kamen auch einige Fans mit Sims-typischen Kostümen. Sie trugen die charakteristische grüne, sechseckige Doppelpyramide an einem Haarreifen. Einer von ihnen hat es im Laufe des Abends sogar auf die Bühne geschafft.

Ein besonderes Schild war auch eine mitgebrachte leere Tiefkühl-Spinat-Packung. Die wurde bei einem ganz bestimmten Song auf die Bühne gereicht, nämlich bei „Spinaci“.

Ein Song über Spinat zwischen den Zähnen als Durchbruch

„Spinaci“ ist zwar schon ein paar Jahre alt, aber hat in der Fan-Community schon Kultstatus erreicht. Der Song ist nämlich der erste deutschsprachige Song der Band. Vorher gab es ihre Songs  nur auf Englisch. In „Spinaci“ geht es darum, dass man Spinat zwischen den Zähnen hat und das Gegenüber es einem nicht sagt. Damit wird etwas überspitzt ein Vertrauensbruch thematisiert. „Spinaci“ wurde zu einem Hit. Seitdem geht es Schlag auf Schlag. Blond hat schon drei Studioalben, ein Live-Album, 2 EPs und eine ganze Menge Singles veröffentlicht. Das aktuelle Album kam letztes Jahr im Mai heraus und heißt „Ich träum doch nur von Liebe“.

Show auf und vor der Bühne

Das Album ist zwar schon ein Jahr alt, doch die Lust ist der Band auch bei der Zusatztour nicht vergangen. Im Interview mit hochschulradio düsseldorf erzählen sie: „Wir haben so viel Bock zu spielen, wir sind einfach sehr spielhungrig". Ein Highlight für die Band ist vor allem die Energie, die von dem Publikum zurückkommt. Sie finden: „Ein schöner Moment ist auf jeden Fall immer, wenn der Moshpit aufgeht.“ Das Publikum kann nicht nur tanzen und mitsingen, sondern kann auch die besten Talente zeigen. Blond erzählt: „Es hat sich gezeigt, dass Leute wirklich sehr kreativ sind, also wir hatten Jongleur:innen, wir hatten eine Menschenpyramide, wir haben Vorwärts-Rückwärts-Wurm.“

(Warn-)Hinweise zu neuer Musik

Die Zusatzshows gehen zwar noch ein Weilchen, aber auch hinter den Kulissen ist Blond weiter am Musizieren. Zu neuer Musik gibt es zwar noch keine konkreten Ankündigungen, aber ein paar Hints kann die Band schon geben: „Wir sind fleißig. Wir machen einfach gerne Musik und wir machen auch noch weiter Musik.“ Obwohl die Worte „eventuell“ und „irgendwann“ häufig gefallen sind, gab es auf dem Konzert ein paar kleine Hinweise darauf, dass neue Musik anstehen könnte. Es lohnt sich also, in der nächsten Zeit dranzubleiben. Dazu gab Blond allerdings noch einen ironischen Warnhinweis: „Also wenn man allergisch auf gute Musik ist, sollte man nicht dranbleiben bei uns". Bis das so weit ist, müssen die Blondinators sich mit den Shows zufriedenstellen. Diese sollen aber nicht nur eine Musikveranstaltung sein, sondern sollen und können auch von den Fans selbst mitgestaltet werden.

Ein Feuerwerk an Talenten

Beim kleinen Blond-Talentwettbewerb wurden auch in Düsseldorf einige Kunststücke gezeigt. Unter anderem gab es beeindruckende Verrenkungen, bei denen ein Blondinator auf der Tanzfläche durch seine eigenen Arme gestiegen ist. Aber auch eine kleine Menschenpyramide wurde gebaut und bejubelt.

Ein weiteres Talent wurde auch von der Band selbst vorgeführt. Auf einer Blockflöte wurde ein Cover von „Ohne dich (schlaf ich heut’ Nacht nicht ein)“ von der Münchener Freiheit zum Besten gegeben. Das Besondere war vor allem ein Fontänenfeuerwerk, das an der Flöte montiert war. So wirkte es, als würde die Blockflöte selbst Funken sprühen. Das ganze Publikum war wie verzaubert und hat ordentlich mitgesungen, mitgetanzt und mitgeschrien.

Redigat: mf