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Kultur

Auf diesem Bild sieht man den Eingang des Filmmuseums. Die Tür steht offen und darüber ist das Museum sowie das hauseigene Kino die Blackbox ausgeschildert.
Der Eingang des Filmmuseums (Foto: Tuana Akbaba)

Filmische Zeitreise mit Kinoerlebnis

Ein Gastbeitrag von Tuana Akbaba

Auf dieser Seite

Im Herzen der Altstadt zeigt das Filmmuseum Düsseldorf, wie Kino entstand und heutzutage immer noch wirkt. Interaktive Ausstellungen und das Black Box Kino verbinden Filmgeschichte mit lebendigem Kinoerlebnis.

Das Filmmuseum

Das Museum widmet sich der Geschichte und Entwicklung des Films von den ersten Experimenten bis zum modernen Kino. Das Mitmachen steht dabei besonders im Fokus, denn interaktive Stationen erklären Animation, Technik und Filmproduktion auf eine nahbare Art und Weise. Herr Durudeniz, ein langjähriger Mitarbeiter des Museums, ist begeistert: „Was hier besonders ist, ist die Atmosphäre, denn jede Ecke ist mit Nostalgie gefüllt. Man kann viele Sachen mitmachen, anfassen oder darauf sitzen, um sich etwas richtig vorzustellen. Das Museum bietet also mehr Realität“. Durch seine Vielseitigkeit und die spannenden Einblicke in die Weiten der Filmgeschichte zieht das Museum längst nicht mehr nur sein klassisches Publikum im Alter von 30 Jahren und aufwärts an, sondern begeistert zunehmend auch ein jüngeres Publikum. „Es finden täglich Schul- und Kindergartenführungen statt und Geburtstagsfeiern gibt es hier fast wöchentlich“, so Herr Durudeniz über den Erfolg des Filmmuseums.

Adresse: Schulstraße 4, 40213 Düsseldorf

Öffnungszeiten: Di.–So., 11–18 Uhr; montags geschlossen

Preise: normal 5 €, ermäßigt 2,50 €, Sonderausstellungen 7 €

Zwischen Mode und Requisiten

Die Dauerausstellung führt durch die Filmgeschichte und stellt historische Filmgeräte und Modelle aus. In der ersten Etage wird man von filmgeschichtlichen Kostümen, Accessoires und Requisiten, wie dem Schwert eines Hauptcharakters aus der Herr der Ringe-Trilogie, begrüßt. Bunte Gewänder, elegante Kleider und beeindruckende Samurai-Rüstungen stechen dabei direkt ins Auge. Sie sind von ausführlichen Texten über die Entstehung des Filmmuseums, sowie der Etablierung des Kinos in Düsseldorf umgeben und werden von Filmpreisen, Vintage-Merchandise und Portraits prägender Schauspieler:innen der Stummfilm-Ära ergänzt.

Vom Schattenspiel zur Filmkamera

In der zweiten Etage des Museums stehen Fotoapparate, Projektoren und Kameras im Fokus. Mithilfe von zahlreichen experimentellen Elementen des frühen Kinos, etwa das asiatische Schattenspiel mit detaillierten Schablonen oder auch Stop-Motion-Kulissen und -Figuren, werden zeitliche Etappen bis zur Entwicklung der Kinematografie visuell erfahrbar. Dieses Erlebnis wird durch Praxis-Stationen erweitert, an denen man selbst hinter einer Leinwand durch verschiedene Schablonen ein Licht- und Schattenspiel erschaffen, durch unterschiedliche Kameralinsen gucken und mehrere Arten des Kamerazooms erproben kann. Nach eigenständigem Ausprobieren und Betrachten der technischen Geräte gibt es ebenfalls die Möglichkeit sich anhand von Videosequenzen, Standbildern aus bekannten Filmen und lehrreichen Texten über weitere Kameraeinstellungen und die Filmmontage zu informieren.

Besuch in einem Studio

Das nachgebaute Studio in der dritten Etage verleiht den Besuchenden das Gefühl, tatsächlich Teil einer Filmproduktion zu sein. Scheinwerfer, Windmaschinen, große Filmkameras und sorgfältig gestaltete Kulissen lassen den Studioraum lebendig und authentisch wirken. Im hinteren Teil des Raums liegt eine große Kollektion an Postern, Set- und Figurenmodellen allseits bekannter Filme, beispielsweise Spider-Man und Star Trek. Durch eine Treppe im Studio gelangt man auf die vierte und letzte Etage des Museums, wo originale Drehbücher, Skizzen und Filmentwürfe ausgestellt sind. Abschließend ist es möglich, 3D-Bilder aus den 80er-Jahren durch ein nachgebautes „Kaiserpanorama“ zu betrachten und die ersten Versuche des Farbfilms aktiv zu erleben.

Einblick in die Sonderausstellung

Die Dauerausstellung wird durch wechselnde Sonder- und Studioausstellungen ergänzt, die einzelne Persönlichkeiten aus der Branche, Genres und Themen vertiefen. Aktuell behandelt eine Sonderausstellung (bis 30.09.2026) das Lebenswerk des polnischen Regisseurs Andrzej Wajda, der mit den größten Preisen der Filmbranche ausgezeichnet wurde. Die Ausstellung führt die Besucher:innen chronologisch durch sein filmisches Werk und vertieft den Einblick durch Kostüme, Poster, Skizzen, Fotos und Videos. Zeitbegrenzte Exhibitionen wie diese werden in der Regel von angepassten Filmreihen in der Black Box begleitet.

Die Black Box

Ein fester Bestandteil des Museums ist das hauseigene Black Box Kino. Im Eingangsbereich hängen Poster bedeutender Filme und es werden Broschüren, so wie Postkarten zum Verkauf und teilweise auch umsonst angeboten. Im Kino werden Filmklassiker, thematische Reihen, Retrospektiven und besondere Produktionen gezeigt. Die Black Box ist kein einfaches Mainstreamkino, sondern ein einzelner Kinosaal mit 133 Plätzen, der Elemente der Filmgeschichte immer wieder aufs Neue erlebbar macht. „Dadurch, dass das Kino so klein ist, kann man aus jeder Perspektive gut sehen und es entsteht eine schöne gemeinsame Atmosphäre“, erläutert Herr Durudeniz. Vorführungen werden häufig mit Einführungen, Gesprächen oder Begleitprogrammen ergänzt. Damit macht die Black Box das Filmmuseum zu einem lebendigen Treffpunkt für Filmbegeisterte jeglicher Altersklassen.

Öffnungszeiten: täglich abends; montags geschlossen

Alle Termine und Filmvorstellungen werden im Online-Programm veröffentlicht.

Preise: normal 7 €, ermäßigt 5 €, mit Black-Box-Pass 4 €

Das hat auch Herr Durudeniz festgestellt: „Am Abend begrüßen wir viele Jugendliche und ein älteres Publikum in den Vorstellungen. Sonntags, am Familientag, kommen auch viele Eltern mit ihren Kindern vorbei“. So verbindet die Black Box auf besondere Weise Generationen und macht das gemeinsame Erleben von Film zu einem zentralen Bestandteil des Museums.