Kultur

Der bedeutendste Monat für Muslim:innen
Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang kein Essen und Trinken. Am Donnerstag hat für rund 1,9 Milliarden Musliminnen und Muslime weltweit der Fastenmonat Ramadan begonnen.
Was ist Ramadan?
Er ist der neunte Monat des islamischen Kalenders. Sein Beginn richtet sich nach dem islamischen Mondkalender und ist daher jedes Jahr unterschiedlich. Der Ramadan startet, sobald die Neumondssichel lokal gesichtet wurde. Weltweit kann der Monat wegen der Sichtung an unterschiedlichen Tagen beginnen. Er dauert 29 bis 30 Tage und endet mit dem dreitägigen „Eid al-Fitr“, dem „Fest des Fastenbrechens“, oft auch Zuckerfest genannt.
Der Ramadan ist im Islam der bedeutendste Monat, weil zu dieser Zeit die Überlieferung des Korans durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed begann. Höhepunkt des Fastenmonats ist deshalb „die Nacht der Bestimmung“, auf Arabisch „Lailat al-Qadr“, in der dem Propheten die ersten Verse des Korans offenbart wurden. Sie ist die segensreichste Nacht und liegt in den letzten zehn Tagen des Ramadan. Der genaue Zeitpunkt ist jedoch nicht bekannt. Musliminnen und Muslime wird empfohlen, zu dieser Zeit die gottesdienstlichen Handlungen besonders zu verstärken.
Zentrales Element des Ramadan ist das Fasten. Dabei steht das Frühstück vor Sonnenaufgang auf dem Tisch. Sobald die Sonne aufgeht, heißt es für Musliminnen und Muslime: kein Essen und Trinken bis zum Sonnenuntergang. Aber was steckt genau dahinter und wie läuft es ab?
13 Stunden kein Essen und Trinken
Fasten heißt im Arabischen „Saum“ und hat auch die Bedeutung, Herz und Seele zu reinigen. Denn im Fastenmonat Ramadan geht es nicht nur um den Verzicht auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr, sondern auch um die innere Einkehr und die Stärkung des Glaubens. Es soll deutlich machen, dass die Hingabe zu Gott wichtiger ist als menschliche Bedürfnisse.
Musliminnen und Muslime reflektieren in dieser Zeit über ihr Leben sowie über ihr Verhältnis zu Gott und der Natur. Gute Taten, Hilfsbereitschaft und soziales Engagement stehen im Mittelpunkt. Sie sollen ihrem Glauben näherkommen, um Vergebung bitten und sündhaftes Verhalten vermeiden. Deshalb ist das Fasten nicht nur die Kontrolle des Hungers, sondern auch die Kontrolle des eigenen Verhaltens, vor allem gegenüber Mitmenschen.
Ausnahmen
Vom Fasten ausgenommen sind Frauen während der Periode, Schwangere, stillende Mütter, kranke Menschen, Ältere sowie Kinder. Sobald die Pubertät beginnt, sind auch Jugendliche zum Fasten verpflichtet. Soldaten im Krieg sowie Reisende sind vom Fasten ausgenommen und können es später nachholen.
Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islams und ist eine der wichtigsten religiösen Pflichten. Neben dem Fasten gehören das Glaubensbekenntnis (Schahada), das Gebet (Salat), die Almosensteuer (Zakat) und die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) dazu. Die Almosensteuer ist eine verpflichtende Spende an bedürftige Menschen, die entweder über eine Organisation oder persönlich erfolgen kann. Sie wird ebenfalls während des Ramadan entrichtet, ist aber auch im Laufe des Jahres möglich.
Datteln und Wasser zum Fasten brechen
Vor Sonnenaufgang stehen Musliminnen und Muslime zum „Suhoor“ auf. Dabei handelt es sich um die letzte Mahlzeit vor der Morgendämmerung. Sie dient der Vorbereitung auf den beginnenden Fastentag und sollte reich an Wasser, Proteinen und Kohlenhydraten sein. Zur Abenddämmerung wird das Fasten mit der Mahlzeit „Iftar“ gebrochen. Diese wird nach alten Gebräuchen mit dem Verzehr von getrockneten Datteln eröffnet. Nach dem Iftar und dem Nachtgebet treffen sich Musliminnen und Muslime zum freiwilligen Gemeinschaftsgebet in der Moschee. Dies nennt sich „Tarawih“ und besteht aus 20 Gebetseinheiten. Es gilt als wichtiger Bestandteil des Fastenmonats Ramadan, kann aber auch zu Hause gebetet werden. Jeden Abend wird im Terawih-Gebet aus dem Koran rezitiert. Somit haben Gläubige die Möglichkeit, den gesamten Koran während des Fastenmonats zu hören.
Redigat: mf
