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Kultur

Redaktion:
CDs stehen aufgereiht im Regal.
Symbolbild (Foto: Marlene Guthseel)

brandneu auf der [97.1]

Ein Beitrag von Acelya Altin, Dennis Rettberg und Sonka Hinders

Auf dieser Seite

Jede Woche bringt hochschulradio düsseldorf neue Musik auf die 97.1. Wir spielen sowohl die angesagteste Musik aus dem Kosmos der Alternative-Szene als auch die besten Newcomer:innen und Geheimtipps. An dieser Stelle präsentieren wir jede Woche die Hintergründe zu unseren neusten Favorit:innen - diese Woche mit Jake Bugg, London Grammar, Mia Morgan, Orla Gartland, Peggy Gou, Soffie, Abigail Rose, Bilbao und Loupe.

Jake Bugg - Zombieland

Ein Übergang von Country zu Sozio-Politischem? Das hat Jake Bugg geschafft. Der ehemalige Country-Sänger veröffentlichte vor Kurzem seine Single "Zombieland", die eine belastende Work-Life-Balance kritisiert. "Another day without a dream / He works his fingers to the bone" ist eine Anspielung auf den 9 to 5-Arbeitstag und dazu noch die Erhöhung des Rentenalters: "Es ist verdammt brutal. Die Menschen befinden sich in einem ständigen Kreislauf von Arbeit, um zu leben. Sie werden nicht so bezahlt, wie sie es wert sind. Sie haben jeden Tag die gleiche Routine, sie sind mehr bei der Arbeit als bei ihren Kindern, und dann setzt die Regierung das Rentenalter herauf. Das ist nicht richtig." Vorgeführt werden Jake Buggs Songs auf seiner anstehenden Tour, wobei auch Köln und Berlin auf dem Plan stehen.

Musikvideo: Jake Bugg - Zombieland
Musikvideo: London Grammar - Kind Of Man

London Grammar - Kind Of Man

Der Sound von Dreampop ist mittlerweile bekannt bei London Grammar. Dieses Mal, bei ihrem Song "Kind Of Man", haben sie aber einen kleinen Twist mit eingebaut - Kritik an der Gesellschaft, vor allem deren Misogynie. Die Sängerin Hannah Reid legt hierbei Gewicht auf ihre eigenen Erfahrungen mit Sexismus in der Musikindustrie. Sie betont, dass der Song absichtlich nicht melancholisch klingen solle und einen Touch von Ironie enthalte. "The song is obviously about misogyny but it's about sexism in a tongue in cheek way. That's kind of what I love about the song."

Mia Morgan - Gift

Romantik und Kitsch wären ja ohne eine Katastrophe viel zu monoton. Vermutlich war dies ein Gedankengang der deutschen Sängerin Mia Morgan, als sie den Song "Gift" schrieb und hierfür das Musikvideo plante. Die Mischung von Bass und verzerrter Gitarre mit Synths und Postpunk untermalt das Toxische musikalisch. Thematisiert wird dazu auch die Besessenheit in einer toxischen Beziehung, auf eine biblische und zugleich poetische Art. Ein Engel und eine Gestalt mit Hirschgeweih befinden sich in einem Labyrinth. Wie dies ausgeht, kann man sich im Musikvideo anschauen.

Musikvideo: Mia Morgan - Gift
Musikvideo: Orla Gartland - Little Chaos

Orla Gartland - Little Chaos

In ihrer neuen Single lässt die Irin Orla Gartland das Chaos los. Genauer gesagt handelt ihre neue Single "Little Chaos" von dem Chaos, das die eigene Persönlichkeit ausmacht mit all ihren widersprüchlichen Eigenschaften und Gefühlslagen. Dieses Chaos möchte Orla Gartland in Beziehungen offen zeigen können, erklärt sie: "I can be loud, funny, clumsy, loyal, intelligent, annoying, caring, angry; this song is about showing up as all of it, all at once. I think dropping the act and showing your true self feels like the most vulnerable thing you can do." Die energievolle Gitarrennummer, die irgendwo zwischen Indierock und Garage liegt, ist der zweite Vorab-Release aus dem anstehenden zweiten Album von Orla Gartland.

Peggy Gou - Lobster Telephone

Manchmal landen Hummer auf dem Teller, manchmal lernen sie in Animationsfilmen das Sprechen, und manchmal fusionieren sie auch mit dem Menschen?! Klingt creepy, ist aber nur halb so wild. Immerhin zeigt sich die südkoreanische, und jetzt in Berlin wohnende DJ Peggy Gou auf dem Cover ihrer neuen Single "Lobster Telephone" als Mensch mit Hummerarmen. Logisch, dass hier das Telefonieren ein bisschen schwer wird. Natürlich ist das alles aber auch symbolisch gemeint. Vielleicht sogar persönlich, denn es ist ganz schön schwer, nach so einem krassen Hit wie ihrem Song "(It Goes Like) Nanana" von letztem Jahr nochmal so einen Banger rauszuhauen. "Lobster Telephone" wirkt aber tatsächlich wie eine kleine Fortsetzung dieses Songs. Ähnlich leicht, aber trotzdem getrieben von Beats und Sphären, die gut ins Sommersemester passen.

Musikvideo: Peggy Gou - Lobster Telephone
Musikvideo: Soffie - Bevor du gehst

Soffie - Bevor du gehst

Ob bei Instagram, TikTok oder bei uns bei hochschulradio düsseldorf - die Newcomerin Soffie hat gerade einen großen Hype. Mit "Für immer Frühling" hat sie dieses Jahr einen Streaming-Smash Hit gelandet und aus dem Stand einen der erfolgreichsten Songs des Frühjahres hingelegt. Bei Spotify ist der Song bis heute einer der Meistgestreamten pro Tag. Jetzt legt Soffie nach mit einer diesmal unpolitischen Single. Während es im Vorgängersong noch um träumerische (gesellschaftliche) Utopien ging, geht es diesmal um das Ende einer Beziehung. Das verpackt sie aber erneut in eingängige Indie-Sounds.

Abigail Rose - Bubble Bath

Das Klischee von einem romantischen Schaumbad bedient die amerikanische Songwriterin Abigail Rose unter dem Songtitel "Bubble Bath" nicht, denn die Lyrics erzählen von einer Beziehung, die Höhen und Tiefen haben kann. Dafür schillern in der Single die Retro-Synthesizer, die die Newcomerin zusätzlich mit leichten Gitarren ausstattet, wie Seifenblasen, genauso wie das bunte 70s-Artwork von Cover und Video.

Musikvideo: Abigail Rose - Bubble Bath
Musikvideo: Bilbao - Petrichor

Bilbao - Petrichor (feat. Neeve)

Der Begriff "Petrichor" beschreibt den Geruch von Regen auf trockener Erde und steht im Zentrum der neuen Single von Bilbao. Die deutschen Newcomer beschreiben in ihrer Indierock-Single namens "Petrichor", wie sie eben diesen Naturgeruch im Stadtleben vermissen. Da lässt sich Petrichor schnell mit Cottage Core in Verbindung bringen. Am Song ist mit Nevee noch eine zweite deutsche Newcomer-Band beteiligt, die das Stuttgarter Stadtleben zu Bilbaos Erfahrungen in Berlin und Hamburg hinzufügt.

Loupe - Black Beauty Race

Es gibt so Musik, die einfach zeitlos ist - auch für Jahreszeiten. Die Songs der niederländischen Band Loupe sind genau so etwas. Egal ob zu einem Spaziergang im Frühling oder einem Roadtrip in den Semesterferien, die Songs wirken immer befreit und ehrlich. Der leichte, singer-songwriterlastige und auch nachdenkliche Sound hat sich trotz der vielen Veränderungen in der Besetzung der Band über die Jahre immer gehalten. Der neue Song "Black Beauty Race" ist ein weiterer Beweis für diese Qualität und ist Teil der neuen EP.

Musikvideo: Loupe - Black Beauty Race