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Kultur

Eine Ukulele liegt auf der Seite.
Symbolbild (Foto: Marlene Guthseel)

brandneu auf der [97.1]

Ein Beitrag von Dennis Rettberg und Sonka Hinders

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Jede Woche bringt hochschulradio düsseldorf neue Musik in euer Radio. Wir spielen für euch sowohl die angesagteste Musik aus dem Kosmos der Alternative-Szene als auch die besten Newcomer:innen und Geheimtipps. Damit ihr die Künstler:innen kennenlernen könnt, die wir zurzeit häufiger spielen, präsentieren wir euch hier jede Woche die Hintergründe zu unseren neusten Favorit:innen - diese Woche mit Alt-J, Aurora, Let's Eat Grandma, Blanks, Kae Tempest, Yard Act, Bonobo, Palace und Vør.

Alt-J - Hard Drive Gold

Schnelles Geld mit Währungen, die nur virtuell existieren: Der Boom von Kryptowährungen ist real und hat mittlerweile nicht nur die Wall Street erfasst, sondern auch die heimischen Zimmer von Jugendlichen mit Trading-Apps und Crypto-Mining. Was bisher eher nach Finanzmagazin klingt, ist tatsächlich die Grundlage für den neusten Song der britischen Indieband Alt-J. Mit "Hard Drive Gold" nehmen sie sich nämlich dem Krypto-Boom um Bitcoin und Co an und werfen auch mal ein ironisches Auge darauf. Zugleich ist "Hard Drive Gold" die nächste Single aus dem im Februar erscheinenden Album "The Dream", dessen bisherige Songs etwas nach den Anfängen von Alt-J klingen.

Musikvideo: Alt-J - Hard Drive Gold
Musikvideo: Aurora - A Dangerous Thing

Aurora - A Dangerous Thing

"Draußen vom Walde komm ich her und ich muss sagen, es..." - Moment, Weihnachten ist ja schon wieder vorbei! Wobei, gar nicht mal so schlimm, denn die Musik der norwegischen Electropop-Sängerin Aurora passt nicht nur in den Advent, sondern auch in einen kalten Januar. Aufgrund der magisch anmutenden Klangwelt wirken ihre Songs immer wieder geheimnisvoll, märchenhaft und irgendwie mystisch - quasi wie ein vertonter, magischer Wald. Das verwundert bei Aurora, einem ausgesprochenen Wald-, Natur- und Mystik-Fan (wie man auf Instagram immer wieder sehen kann), nicht. Ziemlich passend dazu heißt das kommende Album auch "The Gods We Can Touch" und erscheint bereits Ende Januar.

Let's Eat Grandma - Happy New Year

Das britische Duo Let’s Eat Grandma verbreitet die obligatorischen Neujahrsgrüße 2022 mal in musikalischer Form. Passend zum Beginn des neuen Jahres ist nämlich ihre aktuelle Single "Happy New Year" erschienen. Sie stammt aus dem im April kommenden Album "Two Ribbons". Mit den poetischen Zeilen "Sparks in the sky until we meet the sunrise / Then see the year come into bloom" besingen die Britinnen die Hoffnungen am Beginn eines neuen Jahres, aber gleichzeitig die Melancholie der vergehenden Zeit. Und die guten Vorsätze bringt das sportliche Musikvideo auch direkt mit.

Musikvideo: Let's Eat Grandma - Happy New Year
Musikvideo: Blanks - Ok To Cry

Blanks - Ok To Cry

Wir haben zwar 2022, aber trotzdem scheinen es nicht alle verstanden zu haben: Es ist okay, zu weinen! Es ist okay, Gefühle zu zeigen! Das sagt nicht nur die Wissenschaft, sondern auch der niederländische Musiker Blanks. Der Indie-Newcomer aus Groningen weiß, wovon er spricht. Als erfolgreicher Youtube-Star ist man in der Öffentlichkeit viel Druck ausgesetzt. Gerade aber auch deshalb hat "Ok To Cry" damit eine wichtige Message. Musikalisch ist "Ok To Cry" bewährtes Blanks-Material. Bereits auf dem Ende 2021 erschienenen Album drauf gewesen, ist "Ok To Cry", typisch Blanks, sehr von Synthies durchzogen und ziemlich poppig, aber immer mit einem kleinen Schuss Indie übergossen.

Kae Tempest - More Pressure (feat. Kevin Abstract)

Musik kann manchmal leicht wirken, manchmal bretthart. Aber auch diese musikalischen Bretter lassen sich bohren, und das besonders im Fall von Kae Tempest. Die Musik von Kae ist scharf wie ein Skalpell. Es geht um Gesellschaft und Politik, und das alles in einer Mischung aus Spoken Word und Rap; textlich wie musikalisch immer hoch wertvoll und am Puls unserer Zeit. Kein Wunder - Kae ist nicht nur als Musiker:in aktiv, Kae schreibt auch Lyrikbände und für's Theater. Im April wird mit "The Line Is A Curve" aber tatsächlich ein neues Musikalbum erscheinen, auf dem erstmals seit Langem wieder Gäste zu hören sind. Angekündigt wurde zum Beispiel Fontaines D.C.-Frontmann Grian Chatten, und in der neuen Single "More Pressure" ist Kevin Abstract von der US-Rap-Formation Brockhampton zu hören. "More Pressure" liefert mit seinen heftigen, synthielastigen Rap-Einlagen einen großartigen Ausblick auf das neue Album, das sich thematisch mit dem Thema Kommunikation befassen soll.

Musikvideo: Kae Tempest - More Pressure
Musikvideo: Yard Act - Rich

Yard Act - Rich

Wenn es um britischen lofi-Rock mit bissigen Texten geht, sind Yard Act aus Leeds im Moment eine der gefragtesten jungen Bands. Nach einer Reihe erfolgreicher Singles und Einladungen zu Newcomer:innen-Festivals haben Yard Act es nun auch in die renommierte BBC Sound of 2022-Liste geschafft, die vielversprechende Acts für das neue Jahr prognostiziert. Das alles steigert die Erwartungen an Yard Acts Debütalbum "The Overload". Dessen Erscheinungsdatum wurde allerdings ein paar Wochen nach hinten auf den 21. Januar verschoben. Als kleine Entschädigung für die Wartezeit bieten Yard Act zur Überbrückung ihre neue Single "Rich" an.

Bonobo - From You (feat. Joji)

Wer elektronische Klänge mit einem Schuss urbanen, weltlichen Touch gerne mag, kommt seit Jahren nicht an Bonobo vorbei. Der Producer, der schon Grammy-Erfahrung vorweisen kann, gilt in der Electronica-Szene nämlich als einer der bekanntesten und auch prägendsten Künstler:innen unserer Zeit. Fast schon etwas heimlich, verglichen mit all den anderen Alben im Januar, ist jetzt am 14. Januar sein neues Album "Fragments" erschienen. Das geht klanglich in vielen Belangen zu seinen Anfängen zurück und erinnert oftmals an das frühe Meisterwerk "The North Borders". Das heißt, chillige, gekühlte, aber trotzdem soulige Sounds für ein entspanntes Feeling. Unser Tipp ist die neue Single "From You" - ein perfekter Song zum Lernen!

Musikvideo: Bonobo - From You
Musikvideo: Palace - Shame On You

Palace - Shame On You

In der Corona-Zeit, die laut ihrer Website auch für die Band Palace mit Belastungen verbunden war, liegt es nahe, sich wegzuträumen – zum Beispiel ans Meer mit seinem beruhigenden Wellenrauschen und seiner tiefen, blauen Stille. Daran orientiert sich das am 21. Januar kommende neue Album der Briten. Es trägt den Namen "Shoals" und zeigt auf seinem Cover ein Unterwassergemälde. Palace geht es auf "Shoals" aber nicht nur um die idyllische Seite des Meeres. Das Album symbolisiere der Band zufolge die schönen und gefährlichen Tiefen des menschlichen Denkens, in dem Gedanken wie Fische umherflitzen würden. Die bisherigen Singles bestätigen, dass beide Seiten des Meeres auf dem Album zu hören sind. Während im Song "Fade" aus dem letzten Jahr eher aufgepeitschte Gitarren zu hören sind, liefert die neuste Single "Shame On You" verträumten Indierock.

Vør - Unspoken

Manchmal gehen Menschen auseinander und das Wichtigste bleibt ungesagt. Dieses Szenario entwirft der Song "Unspoken" der Berliner Musikerin Vør. Ihr Songtext beschreibt unter anderem das Gefühl, im Smalltalk gefangen zu sein und im Ungesagten zu ertrinken. Musikalisch unterlegt Vør diese Lyrics mit Synthpop-Klängen, die in der Strophe melancholisch zurückgenommen, im Refrain dagegen mit kraftvollen Beats ausgefüllt sind. Wer mehr von der Newcomerin hören möchte, kann ab Ende März ihr neues Album "Honey" auflegen.

Musikvideo: Vør - Unspoken