Kultur

brandneu auf der [97.1]
Ein Beitrag von Nastasja Bitner, Hannah Mullen, Emma Best, Franziska Korinth und Marlene Guthseel
Jede Woche bringt hochschulradio düsseldorf neue Musik auf die 97.1. Wir spielen sowohl die angesagteste Musik aus dem Kosmos der Alternative-Szene als auch die besten Newcomer:innen und Geheimtipps. An dieser Stelle präsentieren wir jede Woche die Hintergründe zu unseren neusten Favorit:innen – diese Woche mit Maia And The Squires, Telehealth, Jorja Smith, Fat Dog, Leftovers und Thee Marloes.
Maia and the Squires - Playground
Am 15. Mai ist die Debut-EP der vierköpfigen Band Maia and the Squires erschienen. Gegründet haben sie sich vor zwei Jahren in Berlin. Sie selbst beschreiben ihre Musik als „Dream-Rock“ und treffen damit den klanglichen Nagel auf den Kopf. Dass der Weg zu „Sink Into The Ocean“ nicht so leicht war, deutet Maia auf Instagram an. Sie schreibt: „No budget at all. A lot of hard work, effort, love, and 4 sleepless cold nights at the studio!“. Dass es sich trotz all dem gelohnt hat, beweisen Maia and the Squires nicht zuletzt mit ihrem Track „Playground“, der auf „Sink Into The Ocean“ erschienen ist.
Musikvideo: Maia and the Squires - Playground
Musikvideo: Telehealth - Donor Country (a gOoD cAuSe)
Telehealth - Donor Country (a gOoD cAuSe)
Die Postpunkband “Telehealth” aus Seattle überkommt mit ihrem Projekt “Green World Image” die Stereotype und besteht den Test des verhexten zweiten Studioalbums. Ihre bunte Mischung aus Art Rock und Business Punk, welcher auch thematisch Anklang findet, wird in eine vollständige Geschichte rund um das fiktive Businessunternehmen “Telehealth, A For Profit Company” gepackt. In der Singleauskopplung „Donor Country (a gOoD cAuSe)“ rechnen sie auf ihre eigene Weise als Band mit dem modernen Kosumverhalten ab und thematisieren auch scheinheilige Wohltätigkeit und performative Philanthropie. Sie kritisieren, dass man sich Gewissen eben nicht einfach kaufen kann, da die strukturellen Probleme eben bestehen bleiben. Fans von the B’52s werden hier all die kantigen Bassklänge, tanzbare Percussions, neben schon fast hektisch wirkenden futuristischen Lieblingselementen wiedererkennen.
Jorja Smith - What’s done is done
Die britische Soul und R&B Sängerin Jorja Smith ist nun etwa 10 Jahre nach ihrer Debütsingle mit dem Song “What’s Done Is Done” zurück und in vielerlei Hinsicht fühlt sich dies wie ein neues Debut an. Produziert von dem Produzenten P2J aus London ist der UK-Garage-Sound durchaus tanzbar, was aber nicht bedeutet, dass Jorjas warme, treibende Stimme zu kurz kommt. In synkopierten Rhythmen singt sie über Herzschmerz und darüber wieder die Kontrolle in ihrem Leben zu haben. Sie hebt hervor, dass sie eben mittlerweile reifer ist. Sie endet den Song auf einer befreienden Note von Akzeptanz: “It’s the ending, cause you know what’s done is done!”
Musikvideo: Jorja Smith - What's done is done
Musikvideo: Fat Dog - Go Fuck Urself
Fat Dog - Go Fuck Urself
Für Fans von Kneecap gibt es jetzt was Neues: die Electro/Dance Punk Band Fat Dog. Und genau die sind mit ihrer neuen Single „Go Fuck Urself“ zurück. In dieser verbinden sie energetische Synthesizer-Sounds und einen Hauch ESC-Feeling mit Punk. Dabei fällt es schwer still sitzen zu bleiben - auch wenn das Musikvideo etwas anderes sagt. Hier performt die Band ihren Song in einem Wrestling-Ring, in dem sie sich einem erst gelangweilten und dann frustrierten Publikum stellen müssen. Zwar lassen sie sich davon nicht aufhalten, doch die Kritik lässt sie offenbar nicht kalt. Oder etwa doch? Ob Verse wie „No one to annoy / Find a mirror and a person to blame“ an die Menge oder nicht doch an sie selbst gerichtet sind, lässt Interpretationsspielraum. Produziert wurde gemeinsam mit Oli Bayston. Er hat bereits mit Olivia Dean und Rachel Chinouriri zusammen gearbeitet, schlägt hier aber einen ganz anderen Ton an.
Thee Marloes - 6 Years
Musiker:in zu sein ist definitiv keine einfache Berufswahl, sondern bringt viel Unsicherheit mit sich und erfordert Mut. Jede:r, der einen unkonventionellen Traum hat, kann sich wahrscheinlich gut in das in Surabaya ansässige indonesische Neo-Soul-Trio Thee Marloes hineinversetzen. Genau dieses Thema greifen sie nämlich in ihrer kürzlich erschienenen Vorab-Single „6 years“ auf. Der Song handelt vom emotionalen Kampf, den „sicheren Weg“ hinter sich zu lassen und seine Träume zu verfolgen. Durch die Kombination von klassischem Soul und R&B mit Einflüssen aus Jazz und Pop schaffen Thee Marloes einen sanften Track mit einem prägnanten Two-Step-Rhythmus und weichen Grooves. Für diesen Track ließ sich Produzent Sinatrya Dharaka stark von Musikern wie dem R&B-Sänger Timmy Thomas und dem Hip-Hop- und R&B-Produzenten Timbaland inspirieren. Das neue Album ist nun raus mag eine vielversprechende Zukunft für die Band voraussagen.
Musikvideo: Thee Marloes
Musikvideo: Leftovers - Nasenbrecher
Leftovers - Nasenbrecher
Wer hat Lust auf ein bisschen female rage? Davon gibt’s bei der neuen Punkrock-Single “Nasenbrecher” der Wiener Band Leftovers eine ordentliche Portion. Mit ihrem kraftvollen Sound adressieren die vier Band-Mitglieder ein wichtiges Thema. Es geht um die Wut, wenn Männer kein “Nein” akzeptieren. Ein sehr geladenes Thema, das von Leftovers mit ganzem Herzen in die Welt geschrien wird. Band-Mitglied Anna glänzt besonders mit ihrer frechen Attitüde und unverkennbaren Stimme, während sie ihrem Frust Ausdruck verleiht. “Nasenbrecher” gibt einen Einblick in das kommende Album “Schau nicht so”, dass am 25. September erscheinen soll. Am 22. Oktober wird die Band mit einem Konzert die Kantine in Köln zum Beben bringen.


