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Campus

Ein Tisch gedeckt mit Keksen und Tee. Vier Bücher liegen aufgeschlagen auf dem Tisch. Eine Person blättert in einem dieser Bücher.
Der Buchclub trifft sich in gemütlicher Runde (Foto: Tabea Spaltmann)

The book club for the sharpest of minds

Ein Gastbeitrag von Tabea Spaltmann

Auf dieser Seite

In der WhatsApp-Gruppe des Buchclubs der Anglistik sind inzwischen 23 Mitglieder und über 120 Leute folgen dem Instagram-Account. „The book club for the sharpest of minds“ trifft sich monatlich, um in gemütlicher Runde ein Buch zu besprechen. Die Diskussionen finden meistens in einem gebuchten Raum in der O.A.S.E. beim Uniklinikum statt. Bei diesen Diskussionen gibt es einen Gastgeber oder eine Gastgeberin, der oder die das jeweilige Buch vorgeschlagen hat. Die vorgeschlagenen Bücher werden in einer Liste gesammelt und monatlich durch würfeln ausgewählt. Der oder die Gastgeber:in überlegt sich vor dem Treffen passende Fragen und Anregungen zum Buch, dem oder der Autor:in oder den politischen, historischen oder kulturellen Hintergründen.

Nur Mut zum Abschweifen

Der oder die Gastgeber:in gibt der Diskussion eine Struktur vor. Trotzdem darf dabei gerne abgeschweift werden. Oft wird sich nach der Besprechung des Buchs auch weiter über andere Bücher, die die Mitglieder gerade lesen oder gelesen haben, ausgetauscht. Lesegewohnheiten oder Serien und Filme, die einen gerade beschäftigen, werden auch oft zum Gesprächsthema. Die Themen der gelesenen Bücher eröffnen Gespräche über mentale Gesundheit, Sexualität oder Politik. Jedes Mitglied darf Bücher vorschlagen, wobei es nur zwei Vorgaben gibt: Nur Bücher über 500 Seiten und aus dem Genre Horror sind nicht erwünscht.

Zuletzt wurde Neil Bartletts Mr. Clive and Mr. Page gelesen. Mr. Page, ein 50-jähriger schwuler Mann, blickt in einem Tagebucheintrag auf seine Zwanziger zurück. Er erzählt, wie er in den 1920er Jahren Mr. Clive kennenlernt, ein ebenfalls schwuler, aber deutlich reicherer und angesehener Mann. Da Homosexualität nicht nur verpönt, sondern auch illegal ist, ist Mr. Page paranoid und ängstlich, wodurch sein Schreiben wirr ist. Während der Diskussion teilten die Mitglieder ihre unterschiedlichen Interpretationen des Buchs und dessen Inhalt. Es wurde diskutiert, welche Charaktere wirklich existieren, welche Beziehungen sie zueinander haben oder welche Handlungen genau passieren. Außerdem spielt in dem Buch ein Gemälde eine zentrale Rolle, welches ebenfalls von den Mitgliedern analysiert und besprochen wurde.

Anglistik-Buchclub-Eckdaten

  • Monatliche Diskussionen über von Mitgliedern vorgeschlagene Bücher
  • Treffpunkt in einem gebuchten Raum in der O.A.S.E.
  • Diskussionen meist 1,5 bis 2 Stunden lang
  • Bücher unter 500 Seiten & kein Horror
  • Durchschnittlich 5 Mitglieder pro Diskussion

Die Lieblingsverpflichtung in der Freizeit

Gegründet wurde der Buchclub vor zwei Jahren von Studierenden der Anglistik, die Bücher detaillierter besprechen wollten, als es in ihren Seminaren möglich ist, wie Mitgründerin Jaqueline Palm erzählt. Was den Mitgliedern besonders am Buchclub gefällt, ist, dass sie sich innerhalb der Anglistik auf verschiedene Bereiche fokussiert haben, wodurch man in den Diskussionen immer neue Einblicke und verschiedenes Hintergrundwissen kennenlernt. „Manchmal kann ich beim Lesen nichts mit dem Buch anfangen, und kann dann doch durch die Diskussion etwas daraus mitnehmen.“ erklärt Jaqueline Palm.

Mitglied Angela Völker schätzt am Buchclub vor allem, dass die Mitglieder leb- und gewissenhaft an den Diskussionen teilnehmen: „Man muss niemanden zwingen mitzumachen – alle ziehen mit und alle nehmen es ernst.“ Weiter erklärt sie: „Man hat die Verpflichtung ein Buch zu lesen und gleichzeitig ist es meine Freizeit, die ich gerne so verbringe.“ Außerdem loben die Mitglieder die Atmosphäre des Buchclubs, in der alle ohne Druck oder Rechtfertigung ihre Meinungen und Gedanken äußern können. Sie schätzen es, ihre Freizeit mit Freund:innen und Kommiliton:innen zu verbringen, die ihre Liebe zum Lesen teilen.

Nicht nur Studierende des Studiengangs Anglistik sind im Buchclub herzlich willkommen. Durch eine Direktnachricht an den Instagram-Account @bookclub.anglistik.hhu kann jeder und jede den Link zur WhatsApp-Gruppe erhalten und ganz unverbindlich Teil des Buchclubs werden. Der Instagram-Account hält einen nicht nur mit aktuellen Infos zu den nächsten Sitzungen auf dem Laufenden, sondern versorgt einen auch mit Buchempfehlungen und einem Ort, an dem man weitere Gedanken zu den gelesenen Büchern teilen kann.