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Campus

Auf dem Bild ist die Spitzenkandidatin der Linken Liste, Lana Kalemba, zu sehen.
Lana Kalemba tritt ein zweites Mal als Spitzenkandidatin für Linken Liste bei der SP-Wahl an. (Foto: Emilie Hintzen)

Soziale Politik - Lana Kalemba von der Linken Liste

Ein Beitrag von Emilie Hintzen

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Lana Kalemba ist 22 Jahre alt und studiert an der Heine-Uni im sechsten Semester Psychologie. Dieses Jahr tritt sie bereits zum zweiten Mal zur Kandidatur an. 2021 wurde sie zum ersten Mal ins Studierendenparlament gewählt.
Den Weg in die Hochschulpolitik fand Lana Kalemba während der Corona-Pandemie. Aus der Hochschulpolitik möchte sie möglichst viel rausholen, „was wirklich die Studierenden betrifft“: Im Mittelpunkt steht bei ihr vor allem der Abbau von Hürden für diskriminierte Studierende.

Interview Linke Liste
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Präsenzlehre und Hybrid-Lehre zum Vorteil aller

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei. Ein erneutes steigendes Infektionsgeschehen im Herbst wird vermutet. Nach knapp vier Semestern Digital-Lehre ist Lana Kalemba zunächst erstmal froh über die Präsenz-Lehre an der Uni. Für den kommenden Herbst und der möglichen Corona-Welle erhofft sie sich, dass die Umsetzung von Präsenz- zur Online-Lehre schneller und erfolgreicher ablaufen werde. Feedback von Studierenden und Gelerntes aus den vergangenen Semestern solle seitens der Lehrenden reflektiert und bei der Umsetzung im Herbst dann berücksichtigt werden.
Auf lange Sicht möchte die Spitzenkandidatin zur Präsenz-Lehre zurückkehren und plädiert darüber hinaus für eine Aufrechterhaltung der Hybrid-Lehre. In diesem Format sehe sie Vorteile für verschiedene Gruppen von Studierenden. Vorlesungen im Livestream seien eine große Entlastung für Studierende, die beispielsweise nebenbei arbeiten, Kinder betreuen oder chronisch erkrankt sind. Wichtig ist ihr, dass die Präsenzlehre nicht zugunsten der digitalen Lehre untergeht, sondern vielmehr soll es eine Hybrid-Lehre geben, „aus der alle am meisten profitieren können“.

Geschlechtergerechtigkeit: Mehr pro-aktive Arbeit seitens der Uni

Geschlechtergerechtigkeit wird in der Gesellschaft und auch an der Hochschule viel thematisiert. Lana Kalemba lobt besonders die Arbeit der autonomen Referate an der HHU. Das Frauenreferat träge durch regelmäßige Veranstaltungen dazu bei, dass Studierende sich vernetzen können und viel Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt wird. Einerseits findet Lana Kalemba, dass „sich bei vielen Menschen was in den Köpfen getan“ hat, andererseits ist es für sie dennoch nicht genug. Sie wünscht sich mehr Informationsveranstaltungen, um Bildungslücken aufzuholen und Menschen, besonders Cis-Männer, zu sensibilisieren. Sowohl auf zwischenmenschlicher als auch auf struktureller Ebene sollen Diskriminierungen abgebaut werden und mehr Engagement geleistet werden. Konkret fordert Lana Kalemba von der Universität, Stellen geschlechterparitätisch zu besetzen. Mehr pro-aktive Arbeit der Uni solle nicht-männliche Personen motivieren, sich zu bewerben und Menschen mit Behinderung oder PoC sollen bevorzugt auf Stellen zugelassen werden.

„BAföG-Reform ist indiskutabel“

Neben des Studierendenparlaments wurde auch die Landesregierung in NRW neugewählt. Lana Kalemba hat zwei bestimmte Forderungen: Förderung und Fortschritt im Bereich der Digitalisierung und ein bedingungsloses, elternunabhängiges BAföG. Von der Landesregierung fordert sie, die Unterstützung der BAföG-Reform auf der Bundesebene. Für den Abbau struktureller Diskriminierung sei ein bedingungsloses BAföG ein zentraler Grundstein. Hohe Mieten und die Vereinbarkeit von Studium und Arbeit seien eine starke doppelte Belastung für Studierende. Ihre Erwartungen hinsichtlich der BAföG-Reform der Bundesregierung sind jedoch mäßig.

Ziele und Forderungen der Linken Listen

Im Interview verdeutlicht Lana Kalemba die konkreten Ziele der Linken Liste. Erstes Ziel ist die Stärkung des Anti-FaRaDis Referats. Nach der Schaffung des Referates in der letzten Legislatur-Periode soll es nun in der Satzung verankert werden. Ein weiteres Anliegen ist die Förderung der Vernetzung mit lokalen Bündnissen auf Landes- & Bundesebene. Als Beispiel nennt sie hier die Zusammenarbeit der Linken Liste mit dem Freien Zusammenschuss von Studierendenschaften. Die Linke Liste spricht sich klar für die Aufrechterhaltung der Hybrid-Lehre aus, als auch für ein barrierefreies Lehrangebot. Anspruch dabei sei, Dozierende zu sensibilisieren, wie sie ihre Veranstaltung sinnvoll mithilfe von bereitgestellter Technik zur Verfügung stellen.

Studentische Selbstverwaltung braucht mehr Partizipationsmöglichkeiten

Im Jahr 2021 lag die Wahlbeteiligung bei der Wahl des Studierendenparlaments unter drei Prozent. Lana Kalemba begründet die niedrige Wahlbeteiligung nicht mit Desinteresse seitens der Studierenden, sondern mit fehlendem Wissen der Studierende über Partizipationsmöglichkeiten an der Uni. Um Studierende zu erreichen und zu informieren, wünscht sie sich mehr Präsenz auf dem Campus und in den Sozialen Medien. Auch befürwortet sie niedrigschwellige Partizipationsmöglichkeiten, wie offene Treffen der Listen und Referate und regelmäßige Informationsveranstaltungen.
Für Lana Kalemba bietet die studentische Selbstverwaltung viele Möglichkeiten, sich zu vernetzen und einzubringen. Ihrer Meinung nach werden Stimmen der Studierende häufig ignoriert. Umso wichtiger für sie, sich studentische Freiräume zu erkämpfen, um bei Entscheidungen miteinbezogen zu werden.

Sobald das Studierendenparlament gewählt ist, wählt das Studierendenparlament dann den AStA-Vorstand, die Exekutive der Universität. Grundsätzlich abgeneigt, in den AStA-Vorstand zu gehen, ist die Spitzenkandidatin nicht. Aufgrund zeitlicher Kapazitäten schafft sie es jedoch nicht.

In ihrem Abschlussplädoyer sagt Lana Kalemba: „Die Linke Liste: sozialistisch, intersektional, klimagerecht. Wir stehen ein für eine soziale Hochschulpolitik. Wir möchten Klassenunterschiede bestmöglich ausgleichen durch unsere Forderungen. Wir fordern den Abbau von Diskriminierung. Wir möchten die migrantische Selbstorganisation unterstützen. Wir stehen ein für eine klimagerechte Uni, für eine Hybridisierung der Lehre, für eine effiziente Vernetzung mit anderen AStAs und Universitäten auf städtischer, Landes- und Bundesebene. Und genau deshalb solltet ihr uns wählen.“