Campus

Naturpracht auf dem Campus: Der Botanische Garten
Eine Fotostrecke von Dilay Altay
Der Botanische Garten wurde beim Bau der Universität als Teil des Freilandkonzepts entwickelt und im Jahr 1979 eröffnet. Auf einer Fläche von acht Hektar und einem barrierefreien Rundlauf von einem Kilometer werden Pflanzenarten aus aller Welt kultiviert und präsentiert. Der Landschaftsarchitekt Franz Josef Greup setzte dabei, neben der Zweckgebundenheit von traditionellen Botanischen Gärten, auch auf Formästhetik. Dies wird besonders am Wahrzeichen des Gartens deutlich: dem Kuppelgewächshaus. Neben der Halbkugel des Gewächshauses dienen auch die dreieckigen Fenster und der trapezförmige Eingang als Augenweide. Diese Diversität wird auch in der Konzeption des Rundgangs aufgegriffen. Mit der Darstellung von Pflanzen als Nutzpflanzen, im Agrarwesen und in der Heilkunde wird ein historischer Blick geboten, während mit den geografischen Abschnitten auch eine florale Weltreise nachgestellt wird. Die an die jeweilige Vegetation angepassten Flächen zeigen eine Auswahl der Pflanzenvielfalt aus Nordamerika, China, Japan, dem Kaukasus und abschließend unseren heimischen Wäldern.



Das Südafrikahaus ist ein Schwerpunkt des Botanischen Gartens und wurde maßgeblich vom ersten Direktor Prof. Dr. Wilfried Stubbe entwickelt. Auf seinen Forschungsreisen in den 70er-Jahren sammelte er seltene afrikanische Pflanzenarten. Um den Pflanzen hier denselben Lebensstandard zu bieten, imitiert das Gewächshaus das südafrikanische Klima und nutzt eine meterdicke Erdschicht und passendes Gestein. Dadurch werden die Nährstoffe des Heimatortes nachgeahmt.




Die Kuppel ist das Herzstück des Botanischen Gartens. Mit 630 Fenster-Dreiecken, 1000 m² Fläche und einer Deckenhöhe von 18 Metern wachsen dort diverse Pflanzen, die im Mittelmeerklima heimisch sind. Dieses ist von warmen, feuchten Sommern und kalten, trockenen Wintern gekennzeichnet. Deswegen ist die Kuppel ein „Kalthaus“, d. h., sie benötigt wenig Temperaturregulation. Denn das Gewächshaus wärmt sich bei Sonneneinstrahlung eigenständig auf und speichert Wärme und Luftfeuchtigkeit. In den Sommermonaten kann es jedoch notwendig sein, zu lüften, um überschüssige Wärme herauszulassen. Dafür öffnet sich ein Teil der Fenster automatisch. Im Winter muss gegebenenfalls etwas nachgeheizt werden, um die notwendige Mindesttemperatur von sechs Grad zu gewährleisten.











Im Botanischen Garten können die vier Elemente der Natur in der Pflanzenwelt wiedergefunden werden. So sind Wassergewächse wie die kleinste Seerose Nymphaea rwanda zu sehen, aber auch sogenannte „Pyrophyten“ – Pflanzenarten, die sich an Brände in ihrem Habitat angepasst haben. Aber auch „Samenflieger“, wie die Wilde Artischocke, wachsen im Botanischen Garten. Diese haben eine meteorochore Ausbreitungsstrategie, d. h., ihre Samen bilden Fallschirmchen, die gut mit dem Wind treiben.





Der Botanische Garten verzichtet fast vollständig auf chemische Pflanzenschutzmittel. Wildkraut wird thermisch entfernt, d. h. mit heißem Wasser oder mit einem Gasbrenner oder direkt von Hand. Tierische Schädlinge werden durch das Aussetzen ihrer natürlichen Feinde bekämpft.
Redigat: mf
