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Campus

Redaktion:
Besucher:innen schauen sich das Lippenlese-Projekt YALR an (Foto: Michelle Pieczyk)

Innovative KI-Projekte an der Hochschule Düsseldorf

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Mitte Januar war es so weit: Bei der KI-CON 2026 stellten Studierende des Studiengangs Data Scien​​ce, AI und Intelligent​e S​yste​me (DAISY) der Hochschule Düsseldorf (HSD) ihre innovativen Projekte der Öffentlichkeit vor. In einem Seminar haben sie unter der Leitung von Professor Dennis Müller über das Wintersemester selbstständig KI-Projekte erarbeitet. Die KI-CON ist Teil des Seminars und stellt eine Prüfungsleistung da.

Beitrag KI-Con
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Die Ausstellung fand im Zentrum für Digitalisierung und Digitalität (ZDD) an der HSD statt. Begleitet von lockerer Hintergrundmusik wurden die verschiedenen Projekte in einer Reihe ausgestellt. Im Ausstellungsraum konnte man so in einem Rundgang die Projekte entdecken. Jedes Projekt wurde dabei mit einem Plakat vorgestellt, das die jeweilige Inspiration, Vorgehensweise und Ziele abgebildet hat. Ausgestattet mit Laptops und Computern auf den Tischen führten die Studierenden ihre selbst programmierte KI vor. Bei einigen konnten Besucher:innen sogar gleich die KI ausprobieren.

Einige Projekte im Fokus

Die Student:innen haben sich mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt. Die Studenten Richard Bihlheimer und Jannis Bollien haben sich zum Beispiel mit dem Lippenlesen beschäftigt. Ihr Projekt YALR – YET ANOTHER LIP READER ist eine KI, die Lippen liest, verarbeitet und den gesagten Text auf einem Computerbildschirm anzeigen kann. Dafür analysiert die KI über einem Computer Kameraaufnahmen, die Lippenbewegungen aufzeichnen und in einen Text übersetzen. So kann die KI zum Beispiel bei Videos, wo das Audio nicht funktioniert, eingesetzt werden. Hier fügt es den Mundbewegungen einen Text hinzu. Dafür haben beide ihre KI mit Wortschnipseln trainiert. Sie haben Videoausschnitte von Mundbewegungen in ihr Modell und den offiziell verifizierten Text der sprechenden Person eingefügt. 

Ethische Bedenken gäbe es zum Beispiel, wenn man die KI in der Videoüberwachung einsetzen würde, sagen die beiden Studenten. Die KI könnte Personen, die aufgenommen werden, Wortschnipsel in den Mund legen, die sie eigentlich gar nicht gesagt hat.

Hand Pong

In einem weiteren Projekt hat sich der Student Anas Alhariri mit Handgesten auseinandergesetzt und Pong als Spiel weiterentwickelt. Pong ist ein altes Videospiel, bei dem ein Ball mit der Tastatur hin und her gespielt wird. Bei Alhariris Spiel braucht man keine Tastatur mehr. Hier kann man mit der eigenen Hand einen Schläger steuern und versuchen, den Ball an dem gegnerischen Schläger vorbei zuschlagen und so einen Punkt zu sammeln. Nebenbei kann man Matheaufgaben lösen, dessen Ergebnisse eine Zahl von 1 bis 5 ergeben. Die Ergebnisse kann man ganz einfach mit der Hand in die Kamera zeigen. So kann man einen Vorteil erhalten zum Beispiel, dass der Ball vom eigenen Schläger schneller zurückgeschlagen wird oder der Schläger an Breite zunimmt. Inspiriert hat Alhariri besonders ein Problem in der Corona-Pandemie. In dieser Zeit sei die Sorge gewachsen, dass man durch das Berühren von Oberflächen eher mit Corona-Viren in Kontakt kommt. Deswegen entschied sich Alhariri sein Spiel ohne physische Hilfsmittel zu programmieren.

Weitere Projekte

Andere Arbeiten haben sich damit befasst, Portätbilder im Cartoon-Stil darzustellen oder Unterstützung bei der Diagnose von Lymph- und Lipödemen zu bieten. Zudem hat eine Studentin ihre KI darauf trainiert, durch Aufnahmen von Personen ihre jeweilige Altersgruppe zu bestimmen. Weitere haben einen Flug- oder Fußballsimulator entwickelt. Der Themenvielfalt war keine Grenzen gesetzt.

„Verantwortung muss beim Menschen bleiben“

Passend zur KI-Thematik sprach Jan Eden, Vizepräsident für Organisationsentwicklung und Digitalisierung der HSD, ein paar Worte auf dem Event. Er beschrieb künstliche Intelligenz als disruptive Kraft, die Risiken mit sich bringt, wie zum Beispiel Bild- und Sprachmanipulation, aber auch große Chancen eröffnet. Gerade die auf der KI-CON vorgestellten Studierendenprojekte bezeichnete er in der Welt der KI als „Licht“. Eden sprach außerdem von Verantwortung, die bei den Studierenden liege. Sie sollen KI für Laien entmystifizieren, erklären, wie sie funktioniert und ihre Grenzen sowie Schwächen aufzeigen. Eden machte deutlich, dass Computer keine Entscheidungen über komplett autonome Menschen treffen dürfen. Diese „Verantwortung muss beim Menschen bleiben“.

Was die Veranstaltung an Potenzial bietet

Durch die KI-Con hätten die Studis die Möglichkeit zu üben, wie sie sich und ihre Projekte in der Industrie vermarkten können, sagt Professor Dennis Müller. ,,Am Ende dient das Event auch als Chance zu zeigen, was die Studis aber auch die HSD über die Fachbereiche hinweg zu bieten hat“, fügt er hinzu. Dieses Jahr seien wegen der Wetterlage weniger Besucher:innen dagewesen als letztes Jahr, so Müller. Er hofft aber, dass die Veranstaltung nächstes Jahr wieder mehr Gäste anzieht und noch mehr an Aufmerksamkeit gewinnt.

Redigat: jw