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Campus

Auf dem Bild ist Torben Seer im Hochschulradio Studio zu sehen. Er tritt bei der SP-Wahl für die Juso HSG an.
Torben Seer von der Juso HSG im Interview zur SP-Wahl. (Foto: Anna Urban)

Inklusive Hochschulpolitik: Torben Seer von der Juso HSG

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Torben Seer ist 26 Jahre alt und studiert Geschichte und Politikwissenschaften. Er tritt bei den Studierendenparlamentswahlen für die Juso-Hochschulgruppe an. Die Gruppe fordert vor allem mehr Campuskultur, durch Veranstaltungen und die Gestaltung und Erhaltung eines offenen und inklusiven Campus.

Interview Jusos
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Torben Seer (Juso HSG) im Interview mit Greta Stangner (hochschulradio düsseldorf)

Klimaproteste und Lützerath

Klimawandel ist derzeit ein großes Thema und es gibt auch einige Gruppen die sich radikalisieren. Torben Seer kommt aus Erkelenz in der Nähe von Lützerath, dem Dorf, das für den Tagebau abgebaut wurde. Für ihn sind Klimaproteste normal und wichtig: „Ich bin einfach damit aufgewachsen, dass Klimaprotest dazu gehört und auch, dass es allgegenwärtig sein müsste.“ Als der Hörsaal von End Fossil besetzt wurde, begrüßte Torben die Reaktion der Uni , gerade weil es ein friedlicher Protest war. „Ich fand es einfach sehr cool, dass Studis, Professoren und Dozenten sich dafür interessiert haben und dort ein Diskurs stattgefunden hat, der leider an der Uni nicht so oft stattfindet.“
Als angehender Historiker wisse Torben, dass Studierendenproteste auch viel bringen können. „Zum Beispiel das Semesterticket und auch das Mitspracherecht an Unis durch Hochschulpolitik sind durch Proteste entstanden“, erklärt Torben. Vor allem, um Aufmerksamkeit und einen Diskurs zu schaffen, würden Proteste etwas bringen. „In der Demokratie gehört das halt dazu“, so Torben Seer.

Mobilität – ein schwieriges, aber wichtiges Thema

Es weiteres, für Studis relevantes, Thema ist das 49-Euro-Ticket. Aktuell müssen Studierende dazuzahlen, um ihr Semesterticket deutschlandweit benutzen zu können. Die Juso HSG findet das nicht gerecht. „Es ist auch so, dass Studierende da am untersten Ende der Kette stehen. Kommunalbahn, Rheinbahn, VRR, Schwarz-Grüne Landesregierung – und die Hochschulpolitik ist ganz unten, die massiv darunter leiden. Es gibt jetzt die Hoffnung, dass auf Bundesebene ein 29-Euro-Ticket für Studis kommen soll. „Aber wir können nur darauf hoffen, dass es kommt“ sagt Torben. Die Juso HSG hat mit der Bundestagsabgeordneten Zanda Martens ein Gespräch geführt, wo die Bitte nach einem vergünstigten Deutschlandticket vorgebracht wurde. „Wir waren in der Landtagsfraktion und haben mit dem politischen Sprecher darüber geredet. Wir machen Druck auch im AStA.“ Die Belastung durch das Semesterticket wäre das größte Problem das Studierende zurzeit hätten.

Fortschritte im Bereich vielfältiger Campus

Letzte Woche war der CSD in Düsseldorf und mit dem Pride Month findet aktuell wieder viel Diskurs rund um gesellschaftliche Vielfalt statt. Der Juso-Hochschulgruppe ist dies ein wichtiges und persönliches Anliegen „Also wir sind selbst Queer. Ich bin bisexuell. Das ist ein Teil von uns. Wir gehören dazu, wenn wir auf die Straße gehen und beim CSD mitmachen.“ Man wolle auch die autonomen Referate, die sich um die Organisation kümmern, stärken, berichtet Torben Seer. Es hätte auch mal die Idee gegeben, einen Campus-CSD zu machen. Doch die Organisation hatte sich als schwierig herausgestellt, dennoch wolle man die Referate weiter unterstützen, einen möglichst vielfältigen Campus zu schaffen, der auch angstfrei ist. „Es muss ein offener, toleranter, demokratischer Campus sein“, betont der Juso-Kandidat.

Campus Veranstaltungen – bitte mehr!

Immer wieder wird nach mehr Veranstaltungen auf dem Campus gefragt, die Juso-Gruppe würde dieser Bitte gerne nachkommen. Man hat den Plan, die Veranstaltungen auf dem Campus auszuweiten. „Wir haben eine Idee aus nachhaltiger, aber auch sozialer Perspektive: einen Uni-Flohmarkt.“ Torben Seer würde sich wünschen, dass der Uni-Flohmarkt schon im Wintersemester ermöglicht werden kann. „Um die Heinrich-Heine Statue einen Flohmarkt aufbauen. Wo die Erstis sich eindecken können. Wo nachhaltig gehandelt wird und dadurch auch die Campuskultur gestärkt wird.“ Das größte Problem, um weitere Veranstaltungen an der Uni durchzusetzen, wäre da das Gebäudemanagement. „Es ist wirklich die Hölle. Es ist richtig schwierig, man darf die Veranstaltung nicht als Party deklarieren“, erklärt Torben. Die Uni werbe mit SummerBeachParty würde aber andere Veranstaltungen nicht das grüne Licht geben. Die Studierendenschaft würde immer unter Generalverdacht gestellt werden. „Das muss sich auf jeden Fall ändern. Wir setzten uns in der Hochschulgruppe und im AStA gegenüber der Uni dafür ein, mehr Kulturräume zu schaffen“, sagt Torben Seer.

Ziele der letzten Wahlperiode werden weiterverfolgt

Letztes Jahr war es auch ein großes Ziel die Campuskultur zu stärken bei der Juso-HSG . „Wir haben das Sommerkult nochmal gestärkt. Gerade während der Inflation waren da einige schwierige Punkte. Da kann man auch sagen, dass wir das als Juso-Hochschulgruppe, nicht direkt als Liste aktiv, aber als Menschen, die aktiv sind in der Liste, haben wir da das Kulturreferat möglichst gut unterstützt.“ Das würde man auch weiterhin tun.
Auch ein Awareness-Konzept sei ein Thema, das man weiterverfolge, vor allem bei den Einführungsveranstaltungen der Erstsemester. Da stünde eine Awareness-Woche im Raum. „Generell auf Vielfalt, Diskriminierung, Sexismus und Rassismus aufmerksam zu machen“, aber auch um über Themen wie rechte Tendenzen und Queer-Feindlichkeit auf dem Campus zu informieren und darüber zu sprechen, wie Studierende, aber auch die Uni etwas dagegen tun können. Dabei ginge es darum, sich praktisch mit diesen Themen auseinander zu setzen.

Günstige Mensa – Schwierigkeiten mit Studierendenwerk und Landesregierung

Torben ist ein Fan des Mensa-Eintopfs, doch der Juso HSG ist das Essen auf dem Campus noch zu teuer. „Es gibt von der Landesregierung den Vorschlag Mensaessen günstiger zu machen, aber unsere Uni ist eine, der wenigen, die da herausfallen.“ Dafür wäre die schwarz-grüne Landesregierung verantwortlich. Aber als Hochschulgruppe wollen sich die Jusos dafür einsetzen, dass die Preise dennoch gesenkt werden. Man habe auch mit dem Studierendenwerk geredet, sei aber bisher zu keiner Einigung gekommen, die ein günstigeres und vielfältigeres Mensaessen ermöglichen würden. „Aber wir sind da weiter dran und machen Druck“, betont Torben Seer der Juso-Hochschulgruppe.