Campus

Hot Summer Werkschau 2026 an der HSD
Zweimal jährlich, jeweils zum Semesterabschluss, finden an der Hochschule Düsseldorf die Werkschauen der Peter Behrens School of Arts statt. Benannt nach dem Maler, Architekten und Designer Peter Behrens bildet die PBSA rund 1.600 Studierende in den Fachbereichen Design und Architektur aus. Studierende der beiden Fachbereiche haben bei den Werkschauen die Möglichkeit, ihre Arbeiten einer empfänglichen Öffentlichkeit zu präsentieren. Am 24. und 25. Juli wurden bei der Sommerwerkschau die Abschlussarbeiten von mehr als 130 Absolvent:innen des Fachbereichs Design gezeigt. Verteilt über die vier Etagen von Gebäude 6 auf dem HSD-Campus konnten Interessierte die Bandbreite der Design-Studiengänge bewundern.
Sommer, Sonne, Sommerwerkschau
Auch in diesem Sommersemester konnte man bei der Werkschau beeindruckende Abschlussarbeiten von Studierenden aus den Studiengängen Kommunikationsdesign, New Craft Object Design, Retail Design und Exhibition Design sehen. Von Fotocollagen über interaktive Installationen bis hin zu konzeptuellen Arbeiten präsentierten die Absolvent:innen die Vielfalt ihrer gestalterischen Ausbildung an der HSD. Ganz nach dem Motto der Hot Summer Werkschau wurden Poster und Grafiken basierend auf Wärmebildaufnahmen des Campus gestaltet. Hitzig ging es daher auch bei den Abschlussarbeiten weiter: Mit ihrem Corporate-Design-System „In einer Nacht von fremd zu vertraut“ zeigt Hannah Welter, wie Lust und Nähe durch ebensolche Wärmebildaufnahmen in eine klare Bildsprache übersetzt werden können.



In den Werkstätten der HSD waren außerdem einige Semesterarbeiten zu sehen, zum Beispiel aus dem Seminar Ko-Existenz, in welchem das Zusammenleben von Mensch und Natur untersucht wurde. Mit ihren Stücken werden die Studierenden im September an der Lissabon Jewellery Biennale teilnehmen. Dort kommen alle zwei Jahre Künstler:innen und Designer:innen zusammen, stellen ihre Werke aus und tauschen sich über die Möglichkeiten von Schmuck und dessen Gestaltung aus. Für die Kursteilnehmer:innen war die Auseinandersetzung mit Materialität und dem menschlichen Eingreifen in natürliche Prozesse von besonderer Bedeutung. So imaginiert Leonie Simon in „Beyond monocultures“ Pflanzraster aus Monokulturen und Mischwäldern als Schmuckstücke aus Ton, um auf die Missstände in der Forstwirtschaft hinzuweisen.
Die Frage nach Materialität und Nachhaltigkeit wurde, wie schon bei der letzten Ausgabe von „New Design from Düsseldorf“ im NRW-Forum, auch mit Blick auf Ausstellungsmöbel gestellt. Jannis Braun und Lea Scheid stellen in „[T]REST[ER] – Nachhaltig Ausstellen“ einen Bioverbundwerkstoff aus Traubentrester vor, der als ressourcenschonendes, modulares Ausstellungssystem eingesetzt werden kann. Aus der Seegrasart „Zostera Marina“ entwickelte Philipp Fukazawa einen Akustik-Raumtrenner, durch den die natürliche Ressource und ihre wertvollen Eigenschaften in den Vordergrund gerückt werden.
Sommer, Sonne, soziale Fragen
Neben der Auseinandersetzung mit Design und gestalterischen Prozessen als Katalysator für Veränderung behandelten viele Exponate inhaltlich auch konkrete gesellschaftliche Fragestellungen. Bejna Yasar setzt sich in ihrem Projekt „MENSCH ÄRGERE DICH“ spielerisch mit der Frage nach Bildungsungleichheit auseinander. Die interaktive Präsentationsform machte Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft und Erfolgschancen für die Besucher:innen erlebbar. Mit „Emanzipation durch Metall“ stellte Catherina Kerst ein Workshop-Konzept vor, bei dem FLINTA*-Personen sich in einem geschützten Raum an der Metallverarbeitung probieren können. Hierdurch sollen Barrieren im Handwerk sichtbar gemacht und bewältigt werden.
Auch individuelle und kollektive Identität spielten in vielen Arbeiten eine wichtige Rolle. Kader Saka erschafft durch eine Installation mit gemusterten Tüchern ein Dazwischen – auf Kurdisch „Navîn“ –, das Herkunft, Heimat und Diaspora in den Raum übersetzt. Im Kurzfilm „Kimlik“ von Ilayda Akkay lernen Zuschauer:innen die Heimatstadt der Protagonistin und die namengebende Webkunst kennen. In einer ruhigen Nische der HSD war es möglich, den Film ungestört auf sich wirken zu lassen. Ganz anders empfing einen die Arbeit von Simon Fricke. Das Kernstück seiner Thesis ist die erste Ausgabe seines Fotomagazins DUSTER, worin er sich mit der wohlbekannten Frage „Wieso vergleiche ich mich andauernd?“ auseinandersetzt. Präsentiert hat er das Magazin vor einer knallbunten Plakatwand mit Abzügen aus DUSTER. Wer Gefallen an den Fotos fand, konnte sich Drucke im Postkartenformat mitnehmen.

Sommer, Sonne, Sonstiges
Die Werkschau ist mehr als nur eine Ausstellung – sie dient auch dem Austausch und der Vernetzung der jungen Designer:innen miteinander und mit Interessierten. Ungezwungen kann man hier ins Gespräch kommen, Ideen und Feedback teilen oder Inspiration für neue Projekte finden. Um die Veranstaltung abzurunden, gab es auch in diesem Semester ein gelungenes Rahmenprogramm inklusive Kaltgetränken und einem Werkschau-Bingo, das den Besuch in eine Art Schnitzeljagd verwandelte. Anders als in den Jahren zuvor wurde am Samstagabend nicht im Erdgeschoss von Gebäude 6 gefeiert, sondern in der Filmwerkstatt in Flingern. So ging ein weiteres Werkschau-Wochenende erfolgreich zu Ende.
Redigat: mf


![Materialpräsentation „[T]REST[ER]“ von Jannis Braun und Lea Scheid (Foto: Lieselotte Hahn) Eine Hand fasst Maisspindelgranulat in einer Schale an](/fileadmin/bilder-uploads/_processed_/b/4/csm_IMG_3806_5eae2f4a22.jpg)




![Links: „[T]REST[ER]“ von Jannis Braun und Lea Scheid; Rechts: „Navîn“ von Kader Saka Ausstellungsraum mit Tuch-Installation und Ausstellungsmöbeln aus Traubentrester](/fileadmin/bilder-uploads/_processed_/b/a/csm_IMG_3803_232ef63708.jpg)




