Campus

Studentisches Engagement für ein sicheres Umfeld
Ein Gastbeitrag von Nele Brombach
Universitäten sind nicht nur der Zugang zu Wissen, sondern sie bieten auch einen Raum für Austausch und Diskussion – mit den Kommiliton:innen, Dozierenden und Professor:innen. Was passiert aber, wenn sich dieser Raum plötzlich nicht mehr sicher anfühlt?
Das feministische Referat - Was ist das eigentlich?
An vielen Hochschulen vertreten sogenannte Referate innerhalb des AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) die Interessen von Student:innen. Sie organisieren Vernetzungsangebote und leisten politische Bildungsarbeit. Auch an der HHU gibt es verschiedene Referate, darunter das autonome feministische Referat, das sich für intersektionalen Feminismus einsetzt. Die Referentinnen Isabella, Celina und Vanessa setzen sich mit ihrer Arbeit für Frauen auf dem Campus ein.
Das Referat ist im AStA-Gebäude (25.31.U1.56) zu finden und kann per Mail (feministisches.referat@hhu.de) oder über Instagram (@feministisches_ref_hhu) kontaktiert werden.

Unis als sicherer Ort des Lernens für alle?
Immer wieder werden Fälle von sexueller Belästigung und Machtmissbrauch an deutschen Unis bekannt – auch an der HHU. Dies zeigt beispielsweise ein Instagram-Beitrag der Fachschaft Psychologie vom Dezember 2025, in dem über Vorfälle der Belästigung auf den Frauentoiletten berichtet wird. Auch Isabella, eine der drei Referentinnen des feministischen Referats, schildert, dass ihnen Studierende immer wieder von „Belästigungsfällen oder Fällen des Machtmissbrauchs an der Uni“ erzählen.
Für Betroffene bietet das feministische Referat eine Anlaufstelle: „Es kommen nicht nur Studierende mit Problemen zur Sprechstunde. Wir kriegen auch Nachrichten per Instagram oder Mail, wenn man sich zum Beispiel nicht traut, den Vorfall direkt anzusprechen. Wir versuchen dann, soweit wir es können, zu helfen und die Betroffenen an die zuständigen Stellen der Uni weiterzuleiten“, so Isabella. Als wichtige Vermittlungsstelle hebt sie die Kontaktstelle für Fälle von Diskriminierung und Machtmissbrauch hervor. Diese gibt es seit dem letzten Jahr an der HHU. „Dort wurde uns immer sehr gut weitergeholfen. Auch die Mitarbeitenden selbst leisten sehr gute Arbeit, indem sie versuchen, die Strukturen komplett zu erfassen, um diese dann in Zukunft immer mehr aufzubrechen.“

Feminismus gemeinsam sichtbar machen
Das feministische Referat ist ein Safe Space, in dem weibliche Studierende sich vernetzen und austauschen können. „Unsere Ziele sind es vor allem, Empowerment und Intersektionalität an die Uni zu bringen. Wir wollen hervorheben, dass Frauen vor geschlechterspezifischen Herausforderungen stehen, diese aber auch mit anderen Problemen interagieren können. Dafür wollen wir offen sein.“
Speziell durch von dem feministischen Referat organisierte Vernetzungsveranstaltungen und Vorträge von Expert:innen wird eine Sensibilisierung und Sichtbarkeit für Feminismus an der HHU geschaffen. So gab es beispielsweise schon Fachgespräche zu feministischer Cybersicherheit oder Antifeminismus. Weitere Veranstaltungen sind geplant: „Wir versuchen, immer vier bis fünf Veranstaltungen pro Semester zu organisieren“, erläutert Isabella.
Wenn Universitäten sichere Orte für alle sein sollen, braucht es neben offiziellen Stellen auch studentisches Engagement. Das feministische Referat ist eine Möglichkeit, genau diesen Raum aktiv mitzugestalten.