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2027 geht es wieder mit Erasmus nach Großbritannien
Großbritannien wird ab 2027 wieder an dem Förderprogramm Erasmus teilnehmen, nachdem das Land infolge des Brexits 2020 aus dem Programm ausgestiegen war. Damit wird es Studierenden erneut möglich sein, mit Erasmus in Großbritannien zu studieren oder eine Ausbildung zu absolvieren. Umgekehrt ist dies auch wieder für britische Studierende in der EU möglich. Was die Finanzierung anbelangt, haben sich Großbritannien und die EU für das akademische Jahr 2027/2028 bereits einigen können. 570 Millionen Pfund, umgerechnet, also ungefähr 650 Millionen Euro, sollen in das Erasmus-Programm fließen. Über die Finanzierung in den Folgejahren wird noch verhandelt. Die Wiederaufnahme Großbritanniens in das Erasmus-Programm kann nicht nur als bedeutender Gewinn für Studierende gesehen werden, sondern auch als einen wichtigen Schritt für die Beziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union.
Die Prorektorin für Universitätskultur und Internationales der Heinrich-Heine-Universität, Professorin Heidrun Dorgeloh, hat im Interview mit hochschulradio düsseldorf über diese für Studierende positive Entwicklung gesprochen.
Studieren in Großbritannien seit dem Brexit
Anders als von vielen gedacht, war in den letzten fünf Jahren für Studierende der Heine-Uni ein Studienaufenthalt in Großbritannien nicht vollkommen unmöglich. „Es gab zunächst noch eine Übergangsphase, wo noch EU-Restmittel da waren“, sagt Dorgeloh. Mit diesen Mitteln konnte die Heine-Uni weiterhin Studierende nach Großbritannien schicken. Dann hat vor drei Jahren die HHU entschieden, die benötigten Gelder aus dem Programm Erasmus Plus zu beziehen, deswegen können Studierende auch jetzt noch britische Unis besuchen. Die verfügbaren Plätze waren und sind jedoch begrenzt, sodass dieses Jahr lediglich rund 20 Studierende der HHU ein Auslandssemester in Großbritannien absolvieren.
„Studierende sollten sich auch als Europäer:innen fühlen“
Warum gerade Großbritannien für einen Auslandsaufenthalt besonders attraktiv ist, begründet Dorgeloh mit dem dortigen Hochschulsystem, das sich durch eine intensive Betreuung auszeichne: Studierende würden „im Ausland an die Hand genommen“, sagt sie. Außerdem ist „ein Auslandsaufenthalt ein großer Schritt in die Selbstständigkeit“. „Man muss vieles neu organisieren und in einem System zurechtkommen, dass man eben bislang noch nicht kennengelernt hat“, sagt sie. Nicht zuletzt biete ein Auslandsaufenthalt in Europa auch die Möglichkeit, sich näher mit seiner europäischen Identität auseinanderzusetzen.
Welche konkreten Änderungen der Wiedereintritt Großbritanniens in das Erasmus-Programm für die HHU mit sich bringen wird, ist jetzt allerdings noch nicht absehbar. Dorgeloh blickt jedoch zuversichtlich in die Zukunft. „Wir können sicherlich davon ausgehen, dass die Möglichkeiten in UK zu studieren wieder größer werden“, sagt sie.
Redigat: jw
Was ist zu tun?
Wer ins Ausland gehen will, sollte ein Jahr im Voraus mit der Planung beginnen. Auf der Seite des International Office können alle Informationen rund um einen Auslandsaufenthalt mit Erasmus gefunden werden.

